Sonderschau

Emschertal-Museum feiert 100. Geburtstag

6. November 2026 | Gesellschaft
Aufbau der Sonderausstellung. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne.

Die Jubiläumsschau gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten Bereich bricht die Ausstellung bewusst mit klassischen Ordnungssystemen. Die Kuratorinnen sortieren die Ausstellungsstücke nicht nach geschichtlichen Epochen oder Stilrichtungen, sondern nach Schlagworten. Diese Anordnung eröffnet den Gästen neue Zusammenhänge und rückt die oft überraschenden Hintergrundgeschichten der Gegenstände in den Vordergrund.

„Das Emschertal-Museum wendet sich gerne den kleinen Dingen des Alltags zu. Aus vermeintlich Nebensächlichem entstehen plötzlich spannende Geschichten, die unsere Gäste überraschen und zugleich eigene Erinnerungen an die Stadtgeschichte wecken werden“, erklärt Museumsdirektor Dr. Oliver Doetzer-Berweger.

Der zweite Teil beleuchtet die Historie des Museums, das sich zwischen den Jahren 1960 und 1975 aus drei eigenständigen Häusern zusammenschloss. Das ursprünglich bürgerliche Bildungsprojekt in Herne sollte der hiesigen Bevölkerung ein Gefühl von Heimatidentität vermitteln. Das Heimatmuseum Unser Fritz entstand aus einer Initiative der Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel, während sich die Städtische Galerie aus dem Heimathaus im Schlosspark Strünkede entwickelte.

„Ein Museum muss heute nicht mehr steif oder verstaubt sein. In den vergangenen einhundert Jahren haben wir den Sprung von der klassischen Sammlungsanstalt zu einem lebendigen Treffpunkt geschafft, an dem alle willkommen sind und Kultur gemeinsam erleben können“, sagte Kulturdezernent Andreas Merkendorf.

In den ersten zehn Jahren prägten das katholische Bürgertum, jüdische Kaufleute und später die Nationalsozialisten die Auswahl der Exponate. Karl Brandt leitete das Haus als Direktor und sicherte der Einrichtung durch seine Forschung zur Ur- und Frühgeschichte eine überregionale Bedeutung. Spätere Museumsleiter*innen nutzten die Sammlung vermehrt zu Lehrzwecken für Schulklassen. Heute entwickelt sich das Haus zu einem offenen Kulturort, der sich auch mit den Themen der Migrationsgesellschaft und der Vielfalt – der sogenannten Diversität – auseinandersetzt.

Im dritten Teil der Sonderschau mit dem Titel „Our People“ kommen Personen zu Wort, die eng mit dem Haus verbunden sind. Das Emschertal-Museum lädt zu dieser Entdeckungsreise durch ein Jahrhundert Sammlungsgeschichte ein.

Der Eintritt zu der Sonderausstellung im Schloss Strünkede kostet für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 50 Cent, Erwachsene zahlen 2,50 Euro. Das Museum hat dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet, samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Montags ist das Haus geschlossen. Am Tag der Ausstellungseröffnung, Samstag, 7. November 2026, ist der Eintritt frei.