Deutsches Rotes Kreuz schult für Notfälle bei Hunden
„Pfote!“ Das Kommando von Christoph Gutgar an seine Hündin Amy ist bestimmt. Brav hebt die Deutsch-Kurzhaar die linke Pfote. Ihr Herrchen kann jetzt problemlos einen Verband anlegen, der speziell für Tiere und ihr Fell geeignet ist und beim Lösen keine Haare herausreißt. Zum Glück ist Amy nicht wirklich verletzt, sie ist „Vorführ-Hund“ in den speziellen Erste-Hilfe-Kursen des Kreisverbands Herne und Wanne-Eickel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Der örtliche Kreisverband bietet neben den üblichen Schulungen zur Ersten Hilfe auch eine, die sich speziell an Frauchen und Herrchen richtet. Dabei ist es egal, ob es sich bei den Tieren um Familienhunde handelt oder „Arbeitshunde“ wie Rettungs-, Such-, Begleit- oder Jagdhunde. „Erste Hilfe am Hund“ wird ab April wieder mehrmals in diesem Jahr angeboten, die Termine stehen im Info-Kasten auf dieser Seite. Christoph Gutgar wird selbst gerade zum Ausbilder geschult und kann diese Kurse dann zusammen mit zwei weiteren DRK-Mitarbeitenden, die sie schon in den vergangenen Jahren angeboten haben, geben. Die Zahl der Teilnehmenden je Kurs ist auf zwölf begrenzt und sie finden ohne die eigenen Vierbeiner statt. Es ist aber immer ein Hund eines Kursleiters anwesend.
Alle Kurse „Erste Hilfe am Hund“ finden von 10 bis 14:30 Uhr statt.
• Sonntag, 19. April
• Sonntag, 10. Mai
• Sonntag, 14. Juni
• Sonntag, 12. Juli
• Sonntag, 13. September
• Sonntag, 11. Oktober
• Sonntag, 8. November
Es sind noch Plätze frei.



Kreislaufcheck
„Ein Hund kann sich nicht großartig äußern, man muss ganz anders darauf eingehen, was er haben könnte“, verdeutlicht Hauptschullehrer Christoph Gutgar die grundlegende Schwierigkeit, Erkrankungen bei Tieren zu erkennen. Deswegen geht es im Kurs zum Beispiel um das Abtasten des Körpers zum Erkennen von Krankheiten und Verletzungen. „Wenn ich zum Beispiel die Lefzen hochziehe und das Zahnfleisch angucke, habe ich schnell einen guten Eindruck“, erklärt der 47-jährige Kursleiter. Drücke man leicht aufs Zahnfleisch, sollte sich die Druckstelle kurz hell färben und dann wieder relativ schnell die ursprüngliche Färbung annehmen. Das lässt Rückschlüsse auf den Kreislauf und die Durchblutung zu.
Eigenschutz
Kursinhalte sind aber auch das richtige Tragen von verletzten Hunden und lebensrettende Sofortmaßnahmen. Das Thema Eigenschutz spielt ebenfalls eine große Rolle: Denn auch der liebste Hund kann plötzlich zuschnappen, wenn ihn schlimme Schmerzen quälen. Deswegen wird das Anlegen eines Schnauzenbandes gezeigt, um Bissverletzungen zu verhindern. Anders als bei den Kursen für die Erste Hilfe an Menschen nutzen die Kursleiter für die Hundekurse keinen Dummy. Eine Puppe könnte die vielfältigen und auch unberechenbaren Reaktionen eines Hundes gar nicht ausreichend simulieren.


Spritze ohne Maulkorb
In den Schulungen geht es aber nicht nur um das Erkennen von Notfällen, sondern auch das richtige Verhalten bei Tierarzt*innen wird vermittelt. „Was sollte ich regelmäßig mit meinem Hund üben, damit er sich anfassen lässt, daran gewöhnt ist und Tierärzt*innen zum Beispiel eine Spritze geben können, ohne dass das Tier einen Maulkorb dafür braucht“, erklärt der Hundeexperte, der seine beiden Tiere regelmäßig mit auf die Jagd nimmt.
Verletzungen und Brüche
Die Kurse für die Vierbeiner sind nur ein kleiner Teil des umfassenden Angebots des DRK-Kreisverbands Herne und Wanne-Eickel e.V.. Vor allem an Mitarbeitende von Kindertagesstätten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie Tagesmütter und Eltern generell richtet sich „Erste Hilfe bei Kindern“. Für Sportler*innen und Vereine gibt es den speziellen Kurs „Erste Hilfe im Sport“, bei dem es um sporttypische Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Brüche geht.
Mehr Infos zum Kursangebot gibt es online auf der Homepage des Kreisverbands unter drk-herne.de/kurse.html.
