Das Training bei „CrossFit Herne“ beinhaltet Schweiß, Ausdauer und Teamwork
Es wirkt zunächst ungewohnt: eine Turnhalle mit hoher Decke und mittendrin ein halbes Fitnessstudio. Es riecht nach Gummi und wohin man blickt – strahlende Gesichter. Mit diesem Anblick rechnet beim Betreten des CrossFit-Studios wohl niemand. Begrüßt wird mit einem Highfive – jeder einzelne Kursteilnehmende. „Das machen wir hier immer so. Uns ist wichtig, dass wir aktiv aufeinander zu gehen“, erklärt Allan Emmens, Leiter von „CrossFit Herne“. Jeder habe einmal angefangen und wisse, wie es ist, neu zu sein. Diese Hemmungen sollen direkt in ein Gemeinschaftsgefühl übergehen.
Allan Emmens leitet „CrossFit Herne“ gemeinsam mit seiner Frau seit 2015. Er kommt aus den USA und ist seit 2009 in Deutschland. Fitness mache er schon sein ganzes Leben, CrossFit lernte er jedoch erst durch seine Frau kennen. „Ich habe ein Workout gemacht und war richtig fertig danach. Ich dachte, wenn das so effektiv ist, dann will ich mehr davon.“ Nicht viel später entstand „CrossFit Herne“. Teilnehmen kann man ab sechs Jahren – eine Grenze nach oben gibt es nicht. Für die „Kids“ und „Teens“ gibt es spezielle Gruppen, die sich an die Bedürfnisse der Altersklasse anpassen.


Das Training ist in drei Phasen aufgeteilt: Aufwärmen, Einzelübungen und Gruppenübungen.

„Die wissen alle, was jetzt kommt, wird anstrengend.“
Training ist Gemeinschaftssache
Bei CrossFit handelt es sich um klassische Fitness-Workouts, die zusammen in Zwölfer-Gruppen absolviert werden. Die Übungen variieren von Tag zu Tag, sodass jedes Training anders ist. Funktionelle Bewegungen stehen im Fokus. Das heißt, es geht um Ganzkörperübungen, die sich nicht nur auf eine Muskelgruppe fokussieren, sowie um Koordination und Geschwindigkeit. Für manche Athlet*innen ist CrossFit mehr als ein sportlicher Alltagsausgleich. Sie trainieren, um ihr Können bei Wettbewerben zu beweisen. Als Teil der sogenannten „Fitness-Bundesliga“ kann auch bei „CrossFit Herne“ in Vierer-Teams an deutschlandweiten Wettbewerben teilgenommen werden. Bei den regulären Trainingseinheiten gibt es jedoch keine Unterschiede: Es trainieren Anfänger*innen, Erfahrene und Wettkampfathlet*innen gemeinsam.
Das einstündige Training ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Aufwärmen, Einzel- und Gruppenübungen. Wie die genauen Übungen an diesem Tag aussehen, wird zu Beginn gemeinsam am Whiteboard besprochen und vorgeführt. Während des Trainings kann es in der Halle auch mal laut werden. „Die Langhanteln sind zum Fallenlassen gemacht“, so Allan Emmens. Die Gewichte auf den Hanteln bestimmt jeder für sich, in Absprache mit dem jeweiligen Trainer – je nach Körper und Können. In der Gruppenphase werden in Dreier-Teams die Übungen absolviert. Bevor es losgeht, gibt es noch eine Highfive-Runde. „Die wissen alle, was
jetzt kommt, wird anstrengend. Deswegen motivieren sie sich gegenseitig“, erklärt Allan Emmens. Und immer noch sieht man auf jedem Gesicht ein breites, inzwischen verschwitztes Lächeln.


Beim Training ist niemand alleine, denn hier steht das „Wir“ im Mittelpunkt.


Einfach mal machen
Das Training bei „CrossFit Herne“ ist mit 100 Euro im Monat nicht gerade günstig, was daran liegt, dass jede Trainingseinheit von einem Coach begleitet wird. „Bei uns haben wir drei Hauptwerte“, erklärt Allan Emmens: „Heartfelt connection, carefully planned workouts und serving our local community.“ Es geht um die Verbindung zu den Athlet*innen, den Sport im Fokus und die Gemeinschaft, auch über CrossFit hinaus. 18 Euro von jedem Mitgliedsbeitrag werden an das Gospelprojekt Ruhr gespendet, um Kinder und Jugendliche in Gesang, Tanz und Sport zu fördern. „Die Leute sollen sich trauen mitzumachen und sich überwinden einfach vorbeizukommen“, wünscht sich Tobias Wallhöfer. Er ist Polizeibeamter und seit 2016 im CrossFit aktiv. Nicht nur als Athlet, auch als Trainer und Wettkämpfer. Seine Kollegin Jasmin Nielinger ist seit drei Jahren mit dabei: „Ich habe jahrelang gar keinen Sport gemacht, aber selbst wenn man nichts kann, kann man trotzdem irgendwas machen. Die Trainer helfen und passen die Workouts an.“


