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Herkulesaufgabe gemeinsam schultern

Flüchtlinge

Dr. Frank Dudda an der Grundschule Flottmannstraße. Foto: Stadt Herne

Vor dem Beginn des offiziellen Unterrichts stellte sich Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda  am Mittwochmorgen den Eltern. Auf dem Schulhof der Grundschule Flottmannstraße erklärte Hernes Verwaltungschef, warum auch die Sporthalle dieser Schule zur Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht wird und wie die Stadt Herne mit der dramatischen Flüchtlingslage umgeht.

Dr. Dudda machte von Beginn an klar, dass die aktuelle Lage ein Problem aller Menschen in Herne sei und auch nur gemeinsam bewältigt werden könne. „Als Oberbürgermeister bin ich wie meine Kollegen aus den anderen Kommunen dazu verpflichtet Obdachlosigkeit zu vermeiden, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten und sie angemessen zu versorgen.“

  • Dr. Frank Dudda traf sich mit Eltern der Grundschule an der Flottmannstraße. Foto: Stadt Herne

Grundvoraussetzungen

Er wies zugleich aber auch auf die Probleme hin, die damit verbunden sind: „Die Handlungsmöglichkeiten in einer derart dicht besiedelten Stadt sind eingeschränkt, zumal drei Punkte unabdingbar sind: Wir brauchen Wasser, Strom und auch der Brandschutz muss gewährleistet sein. Außer Turnhallen haben wir aktuell kaum Einrichtungen, die diese Bedingungen auf die Schnelle erfüllen. 120 Personen pro Woche unterzubringen führt uns an unsere Grenzen, der nicht enden wollende Zustrom ist derzeit anders nicht zu bewältigen. Dass diese Maßnahmen nicht von Dauer sein können, muss allen klar sein. Allerdings können wir derzeit nicht absehen, wie schnell wir es schaffen, den Druck über die geplanten Großeinrichtungen wie an der Dorstener Straße von den Sporthallen zu nehmen.

Spätestens im kommenden Frühjahr wollen wir die Situation wieder im Griff haben, wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, den Prozess zu beschleunigen.“ Dr. Dudda machte klar, dass dazu auch andere Maßnahmen nötig seien: „Damit wir zu einer nachhaltigen Entspannung kommen, sind wir dabei große Verwaltungsgebäude zu kaufen und umzubauen. Aber auch das braucht seine Zeit.“ In der späteren Fragerunde machte Hernes Oberbürgermeister deutlich, dass das Thema Flüchtlinge eine Aufgabe sei, die alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen angehe.

Nicht wegducken

„Wir dürfen uns jetzt nicht wegducken und so tun, als ginge uns das Thema nichts an, müssen ganz im Gegenteil an einem Strang ziehen. Dass bei diesem Prozess, der von der Stadtverwaltung gesteuert wird, nicht alles glatt gehen kann, dürfte jedem klar sein. Deswegen bin ich ja auch heute hier, um zusammen mit den Experten der Verwaltung ihre Probleme und Sorgen anzuhören und eventuell die Stellschrauben neu zu justieren, falls dies nötig ist.“