Herne baut am Fernwärmenetz der Zukunft

21. März 2025 | Ausgabe 2025/3

Stadtwerke treiben Wärmewende unter der Erde voran

Mit großem Tempo treiben die Stadtwerke Herne den Ausbau ihres Fernwärmenetzes voran, das ein zentraler Baustein der lokalen Wärmewende ist.

Aktuell betreiben die Stadtwerke bereits rund 40 Kilometer Fernwärmeleitungen im Stadtgebiet. In den kommenden Jahren soll das Netz deutlich wachsen. Besonders sichtbar wird das derzeit rund um die neue Hochschule für Polizei und Verwaltung (HSPV). Dort entsteht eine etwa 1000 Meter lange Trasse, die entlang der Altenhöfener und Flottmannstraße, werden derzeit mehrere Kilometer Leitung verlegt – der sogenannte Fernwärme Ring Herne-Süd.

Herausforderungen wachsen

Und die neue Feuerwache am Florianweg wird zukünftig ebenfalls mit klimafreundlicher Wärme versorgt. Hier kommen Blockheizkraftwerke zum Einsatz, die Grubengas der ehemaligen Zeche Friedrich der Große nutzbar machen. „Im Zuge des Fernwärmeausbaus müssen wir immer mehr Projekte parallel stemmen. Das ist planerisch und personell eine enorme Herausforderung“, sagt Dr. Kathrin Kalkühler, Technische Leiterin der Stadtwerke Herne. „Gerade auf dem Gelände der HSPV sieht man, wie wichtig diese Infrastruktur für Neubauten und die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt ist.“ Die Vorteile der Fernwärme liegen ganz klar auf der Hand: Sie nutzt Abwärme, unter anderem aus Stromproduktion und Industrieprozessen, arbeitet effizient und reduziert die CO₂-Emissionen deutlich.

Flexibleres Netz

Anstatt vieler einzelner Heizsysteme wird Wärme zentral erzeugt und verteilt – sauber, sicher und bequem. Auch die Versorgungssicherheit steigt, weil das Netz flexibel um neue Quellen wie Abwärme aus Industrieprozessen, Data-Center oder um Power-to-Heat-Anlagen (Strom zu Wärme) ergänzt werden kann. Die Wärmewende bringt natürlich auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich: Vor allem im Zuge der Bebauung des Funkenberg-Areals sind Tiefbauarbeiten im Stadtbild derzeit recht präsent. Straßen müssen geöffnet, Leitungen koordiniert und Verkehrsführungen immer wieder angepasst werden.

Der Nutzen überwiegt

Gemeinsam mit der Stadt Herne ist der Spagat zwischen unumgänglichen Baumaßnahmen und Einschränkungen im Verkehrsfluss bislang aber gelungen. Insgesamt überwiegt ohnehin der Nutzen: Jede neue Leitung ist ein Schritt zu weniger Emissionen, geringerer Abhängigkeit von fossilen Energien und einer stabilen Wärmeversorgung. Die Stadtwerke investieren damit nicht nur in Rohre und Schächte und die Erschließung klimafreundlicher Wärmequellen, sondern in ein klimaneutrales Herne. „Fernwärme ist das Rückgrat der Wärmewende“, so Dr. Kathrin Kalkühler, die ergänzt: „Ja, der Ausbau ist für alle Seiten eine Herausforderung. Aber er ist die Voraussetzung dafür, dass Herne auch in Zukunft warm, effizient und klimafreundlich bleibt.“

Text: Philipp Stark     Fotos: Martin Leclaire