Newsticker

Herne bekommt naturnahe Gewässer

Tag des Wassers

Schmiedesbach © Frank Dieper, Stadt Herne Schmiedesbach © Frank Dieper, Stadt Herne

Jedes Jahr am 22. März feiern die Vereinten Nationen den Weltwassertag. In diesem Jahr 2018 lautet das Motto „naturbasierte Lösungen für Wasser“ und rückt damit das Thema Natur und Gewässer in den Mittelpunkt. Die Emschergenossenschaft leistet hier einen großen Beitrag für unsere Region: In allen Emscherstädten entstehen im Zuge des Emscher-Umbaus naturnahe Gewässer, wo früher Abwasserläufe in Betonrinnen flossen.

Herner Ostbach ist Vorzeigeprojekt

Die wichtigsten Gewässer im Stadtgebiet von Herne und Wanne-Eickel sind der Dorneburger Mühlenbach, Hauptkanal Wanne, Landwehrbach – und die Emscher selbst. Der Emscher-Umbau sorgt hier für nachhaltige Veränderungen: Da sind die Arbeiten der Emschergenossenschaft am Landwehrbach-System sowie am Schmiedesbach. Der Ostbach ist bereits in Teilen renaturiert und gilt dort als Vorzeigeprojekt. In Wanne-Eickel ist der Dorneburger Mühlenbach bereits abwasserfrei und in Teilen auch renaturiert. In Herne und Wanne-Eickel investiert die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus insgesamt 421 Millionen Euro. Dafür werden unter anderem 36 Kilometer an neuen Abwasserkanälen verlegt und 25 Kilometer Gewässerstrecken renaturiert. Zu Beginn des Emscher-Umbaus noch gar nicht mit eingeplant, mittlerweile jedoch ein erheblicher Mehrwert-Faktor: der Bau neuer Radwegeverbindungen zur besseren Erlebbarkeit des neuen Emscherlandes. In Herne sind im Rahmen des Emscher-Umbaus bis heute knapp 4,3 Kilometer an neuen Wegen entstanden.

Generationenprojekt Emscherumbau

All diese Maßnahmen sind ein Bestandteil des Generationenprojekts Emscher-Umbau, in das die Emschergenossenschaft über fast 30 Jahre prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei. Der Umbau des Emscher-Systems wurde 1991 beschlossen und Anfang 1992 begonnen. Voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahrzehnts soll die Emscher, einst der „schmutzigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.