Herne gratuliert zu 40 Jahren Flottmann-Hallen
Live-Musik, Shows, Akrobatik, Kunstausstellungen und Mitmach-Angebote für Kinder - eine bessere Geburtstagsparty hätten sich die Verantwortlichen kaum wünschen können: Mit einem großen Familienfest feierten die Flottmann-Hallen ihr 40-jähriges Bestehen.
Mit einem großen Familienfest feierten die Flottmann-Hallen ihr 40-jähriges Bestehen. Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne
Schon zum Start freute sich das Organisationsteam auf die erste Besucherschar. Denn kaum hatte Kneipenwirt Krystian Pietrzyk seinen Grillstand aufgebaut und das Team der JugenKunstSchule seine Bastelutensilien verteilt, strömten die Menschen pünktlich um 12:30 Uhr auf das Gelände der Flottmann-Hallen. Viel Werbung war im Vorfeld gemacht worden, um in einer Vielfalt von Veranstaltungen bestehen zu können, doch die Mühe - gepaart mit bestem spätsommerlichen Wetter - schien sich auszuzahlen. Familien mit Kindern, Radfahrende und natürlich viele Freunde und Weggefährtinnen der „Flottis“ verteilten sich auf dem Gelände, wo neben den Mitmachangeboten der „etwas andere Jahrmarkt“ des Duo Diagonals, das mobile Puppentheater „Die Glotze“ von Nadia Ihjeih und Essens- und Getränkestände warteten.
Um 13 Uhr startete dann das Programm in den Hallen selbst. Den Auftakt machte das Original Rudelsingen rund um „Vorsänger“ Sascha Götz, das als echter Flottmann-Klassiker für Stimmung sorgte und stilecht mit dem „Steigerlied“ zur feierlichen Eröffnungsrede überleitete. André Becker, Leiter des Kulturbüros und der Flottmann-Hallen, war ob des sich abzeichnenden Besucherstroms bester Laune und stellte die Bedeutung des soziokulturellen Zentrums Flottmann-Hallen heraus, das über 40 Jahre herausragende Produktionen und Veranstaltungen hervorgebracht hat. Auch die erste stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Przybyl richtete in einem Grußwort ihren Dank an Mitstreiter*innen und Wegbereiter sowie das aktuelle Team und unterstrich die Wichtigkeit des Ortes in der Herner Kulturlandschaft.
Dem Team der Hallen war es besonders wichtig gewesen, die Vielfältigkeit des Programms widerzuspiegeln. Während auf der großen Bühne in Halle 4 die unterhaltsame Akrobatik-Comedy „Tridiculous“ stattfand, die in den Flottmann-Hallen mitproduziert wurde, eröffnete zwei Hallen weiter „Processual Structures“ mit Skulpturen und Malereien. Die Gegenüberstellung dieser beiden Gattungen steht bei Flottmann in einer langen Tradition, die der Weitläufigkeit des Raumes Rechnung trägt und Künstler Michael Dekker aus Wuppertal und Jan Holthoff aus Ratingen führten höchstpersönlich durch die neuentstandene Ausstellung.
Während die jüngeren Gäste mit dem Team der JugendKunstSchule Jutebeutel bemalten oder Lesezeichen bastelten und der in den Hallen ansässige KSV Herne 1920 e.V. ein Aikido-Showtraining präsentierte, lud Stadthistoriker Ralf Piorr zur historischen Führung rund ums Gebäude ein. Die Flottmann-Werke waren als Produktionsort von Bergbaumaschinen, darunter dem ersten Druckluft-Bohrhammer, zu internationalem wirtschaftlichem Erfolg aufgestiegen, der durch die besondere Nähe zum Nazi-Regime während des Zweiten Weltkrieges aufrechterhalten wurde. Ralf Piorr, der die Geschichte der Flottmann-Hallen inklusive ihrer Umnutzung als Kulturort im Jahr 1986 umfangreich aufgearbeitet hat, fand an diesem Tag etliche Zuhörende, die den Rundgang in Anspruch nahmen.
Bis in die Abendstunden blieb die Stimmung heiter und es herrschte ein Kommen und Gehen. Nachdem um etwa 18:30 Uhr das Programm auf dem Gelände sein Ende gefunden hatte, füllte sich die Flottmann Kneipe mit einem Abschlusskonzert der Irish-Folk-Gruppe „The Velvet Green“ bis auf den letzten Platz. Auch hier wurde noch einmal ausgelassen gefeiert und mitgesungen.
Insgesamt gratulierten etwa 3.500 Gäste den Flottmann-Hallen zum Geburtstag und die Wiederholung eines großen Familienfestes nur eine Frage der Zeit.










































