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we-house im Sodinger Bunker

Raum für ökologisches Wohnen der Zukunft

Visualisierung des Sodinger Bunkers als we-house. ©Archy Nova Visualisierung des Sodinger Bunkers als we-house. ©Archy Nova

Das we-house im Sodinger Bunker schafft Raum für ein ökologisches Wohnen der Zukunft. Eine zukunftsweisende, revolutionäre Form des Bauens und Wohnens entsteht mit dem we-house Herne.

Der baden-württembergische Projektentwickler Archy Nova realisiert in einem Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg ein Wohnkonzept, das mit bestehender Bausubstanz eine radikal ökologische Bauweise mit genossenschaftlich organisiertem Zusammenleben in Einklang bringt, den ökologischen Fußabdruck der Hausbewohner deutlich senkt und deren Lebensqualität nachhaltig steigert. Der Hochbunker im Ortsteil Sodingen wird zu einem nahezu autarken Wohnort mit Restaurant, Dachgewächshaus, großzügigen Gemeinschaftseinrichtungen und 22 Wohnungen, die auf unkonventionelle Art höchste Lebensqualität schaffen.

Am Mittwoch 3. April 2019, übergab Archy Nova-Geschäftsführer Gerd Hansen im Bunker den Bauantrag an einen sichtlich erfreuten Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. „Mit diesem Projekt bekommen wir mehr als ein Bauvorhaben, wir bekommen eine Vision“, sagte der OB. Er stellte die Erteilung einer Baugenehmigung für den Herbst in Aussicht. „Es ist ein herausragendes Konzept, das gut in unser Konzept der grünen Infrastruktur passt“ es verbinde Klimaschutz, Ressourcenschutz und neue Mobilität miteinander.

Gerd Hansen erklärte: „Ein vergleichbares Projekt gibt es weltweit nicht“ und weiter „Herne ist mit diesem Gebäude Vorreiter“.

„Kaum ein Thema wird derzeit so heftig diskutiert wie das Wohnen. Der anhaltende Run auf Metropolen, explodierende Mieten, der demographische Wandel, aber auch der Einfluss des Immobiliensektors auf das Klima und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zeigen, dass die Möglichkeiten konventioneller Baukonzepte begrenzt sind: die Vereinsamung Einzelner in anonymen Wohnblocks steigt ebenso an wie der Ressourcenverbrauch und der CO2- Ausstoß“, teilt Archy Nova mit.

Visualisierungen We House

  • We House – unverbindliche Visualisierung einer 1,5 Zimmer Wohnung. © ARCHY NOVA

Archy Nova ist überzeugt, dass der Weg aus dieser Misere nur auf neuen Wegen gelingt. Umfassende Angebote, die das Leben für den Einzelnen angenehm gestalten, zum Beispiel mittags wie abends ein sehr günstiges Drei-Gänge-Menü im Gemeinschaftsraum, das mit frischen Zutaten aus dem Dachgewächshaus zubereitet wird. Das spart Zeit für Einkauf, Kochen und Abwaschen, Einkaufswege, Energie und Müll. Ein Wäscheservice und Gästeapartments, in denen Besucher komfortabel untergebracht sind, ermöglichen ein entspanntes Leben mit mehr Zeit für eigene Aktivitäten.

Dazu trägt auch der Wellnessbereich mit Sauna auf der Dachterrasse bei. Car-Sharing mit Elektroautos und Lastenpedelecs soll den Verzicht auf das eigene Auto erleichtern. Die bis zu zwei Meter dicken Wände werden bestens gedämmt und speichern hervorragend Wärme. Die Technik der Mobilfunkmasten auf dem Dach erzeugt so viel Abwärme, dass damit die rund 20.000 Tonnen Masse des wuchtigen Bunkers vorgeheizt werden können. Die zusätzlich benötigte Heizleistung und den gesamten Stromverbrauch deckt eine Photovoltaikanlage. Deren intelligentes Lastmanagement sorgt dafür, dass der größte Teil des selbst erzeugten Stroms im Haus verbraucht wird. Überschüssiger Strom im Sommer lädt die Elektroautos und Pedelecs, im Winter wird der eingespeiste PV-Strom aus einer sogenannten Stromcloud zurück bezogen, sodass bilanziell wärme- und stromseitig eine autarke Versorgung erreicht wird. Fossile Brennstoffe kommen nicht zum Einsatz.

Pressegespräch und Bestand

  • Aktuelle Außenansicht des Bunkers..©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Auch beim Wasser werden künftig Kreisläufe genutzt: das Grauwasser aus Duschen und Waschbecken dient zur Bewässerung des Dachgewächshauses, Regenwasser wird in großen Speichern gesammelt und für WC-Spülung, Reinigungszwecke und Gartenbewässerung genutzt. Beim Ausbau werden natürliche, ökologische Materialien verwendet, streng nach dem Prinzip cradle-to-cradle, was die einfache Reparatur und Wiederverwertung der Bauteile noch nach Jahrzehnten ermöglicht. All das soll nicht nur die verbaute graue Energie und den Energieverbrauch senken, sondern ebenso die Betriebskosten stark minimieren.

Das we-house-Konzept passt sich wandelnden Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen an. Das Bedürfnis nach einem Miteinander wird erfüllt, die Individualität jeden Bewohners dennoch gewahrt und gefördert. Entstehen werden WGs für angehende Senioren, Miniapartments und Familienwohnungen, in den oberen Wohnungen des neungeschossigen Turms mit eindrucksvollen Ausblicken auf die Umgebung.

Das we-house geht auch beim Eigentumsmodell unkonventionelle Wege. Die genossenschaftliche Organisationsform als GmbH & Co. KG sorgt dafür, dass die Bewohner Miteigentümer des Gebäudes werden, sie haben lebenslanges Wohnrecht und können in allen Belangen gemeinsam entscheiden. Um den Umbau zu finanzieren, machen sie eine Einlage in die vermögensverwaltende KG, und zahlen monatlich ein Nutzungsentgelt. Im Unterschied zu einer konventionellen Genossenschaft wird man tatsächlich zum Miteigentümer und partizipiert am Wertzuwachs des Gebäudes, auch wenn man in eine andere Stadt umziehen muss.

Um die hohen Ansprüche an das Konzept sicherzustellen, betreut und verwaltet die we-house GmbH das Projekt langfristig. So wird das Gewächshaus professionell betrieben, weil die Produktion genau auf den Bedarf von Restaurant und Gemeinschaftsküche abgestimmt werden soll, um die Vorteile der kurzen Wege voll zu nutzen. Außerdem stellt die Gesellschaft die Elektrofahrzeuge und gemeinsam mit der e.GO Digital GmbH in Aachen eine App, die alle Aktivitäten im Haus bündelt und die Nutzung vereinfacht: vom Auto über die Buchung eines Gästezimmers bis zum Austausch von Angeboten und Gesuchen. Das we-house will das Zusammenleben und die Nachhaltigkeit in Immobilien grundlegend verbessern, um damit eine größtmögliche Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit zu erreichen.