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Hochkarätiges Forschungsprojekt mit namhaften Universitäten startet in Herne

Projekt zum Ressourcenschutz im Quartier

„Das ist ein Tag auf den wir lange gewartet haben.“ Mit diesen Worten hat Dr. Frank Dudda das Pressegespräch zum Projekt „Ressourcenplan im Quartier“ im Herner Rathaus am Donnerstag, 28. Februar 2019, eröffnet. Erst zwei Tage zuvor – während der Ratssitzung – erreichte Dr. Dudda die Nachricht, dass Herne Fördermittel von rund 400.000 Euro aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für dieses Projekt erhält. Beteiligt an dieser dreijährigen Forschung sind unter anderem die Fachhochschule Münster, die RWTH Aachen und das IWARU-Institut.

 „Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, durch die bauliche Situation in Quartieren die Ressourcen bestmöglich zu nutzen und die Lebensqualität zu verbessern“, erklärte Professor Mathias Uhl von der FH Münster. Ressourcen, die dabei besonders in Augenschein genommen werden, sind Wasser, Fläche/Raum sowie Stoffströme. Das Team um Prof. Christa Reicher von der RWTH Aachen wird sich mit der Fläche beschäftigen: Wie kann die Qualität und die Nutzung von Flächen baulich und infrastrukturell verbessert werden? Den Stoffströmen wird sich das Team von Prof. Sabine Flamme von der FH Münster widmen: Welche Rohstoffe wurden verbaut? Welche Rohstoffe können wieder genutzt werden? Klassisches Kreislaufdenken sei in diesem Zusammenhang wichtig. Als dritte Ressource spielt das Wasser eine große Rolle, wie Prof. Mathias Uhl klarstellte: „Wasser ist lebensnotwendig.“ Was kann in der geordneten Wasserver- und -entsorgung besser gemacht werden? „Müssen wir alles so machen wie vor 100 Jahren? Was gibt es zu verbessern?“ Themen wie der Klimawandel müssten Berücksichtigung finden.

 

  • Freudiger Anlass: Die Stadt Herne hat einen Förderbescheid über 400.000 Euro bekommen. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Wir wollen aufzeigen, wie im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mehr Lebensqualität geschaffen werden kann“, betont Prof. Christa Reicher, die auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Herne lobt. Als „Paradequartiere“ sollen in Herne Baukau-Ost und Pantringshof unter die Lupe genommen werden. Die Erkenntnisse, die in den kommenden Jahren hier gewonnen werden, sollen dann auch Anwendung in anderen Kommunen Deutschlands finden. Damit steht Herne als Modellkommune an der Spitze dieses Forschungsprozesses. Im Anschluss an die dreijährige Forschung besteht die Möglichkeit, eine zweijährige Realisierungsphase zu beantragen, in der dann sichtbare Ergebnisse umgesetzt werden könnten. „Mir ist es ganz wichtig, dass wir nichts verordnen, sondern auch ein partizipativer Prozess mit den Menschen entstehen wird“, erklärte Prof. Christa Reicher.

 Mit der Förderung von etwa 400.000 Euro schafft die Stadt Herne zwei Vollzeitstellen, die sich in den kommenden Jahren um dieses Forschungsprojekt, das im April 2019 starten wird, kümmern werden. „Wenn wir das umsetzen, spielt Herne in einer Liga mit den Städten Wien und Zürich“, betonte Prof. Sabine Flamme. Diese Städte seien beim Thema Ressourcenschutz schon sehr weit vorne und sie sei froh, dass sich die Stadt Herne dieses Themas nun annimmt. Aber wie kommt das führende Forschungsteam darauf, das Projekt in Herne umzusetzen?

 

„Es gab eine Ausschreibung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dann haben wir uns Forschungspartner gesucht und gehört, dass Herne eine Kommune ist, die innovativ denkt“, so Prof. Mathias Uhl. Warum sich diese Quartiere für das Projekt eignen, erklärte Dezernent Karlheinz Friedrichs: „Wir haben in den Quartieren das gesamte Spektrum der 50er-, 60er- und 70er-Jahre, aber auch noch Flächen, um etwas zu realisieren wie den Gewerbepark Strünkede.“

 „Für uns ist dieses Projekt ein Glücksfall, da wir ab jetzt Champions-League-Wissen abrufen dürfen“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda über dieses Projekt mit Strahlkraft.

 

Anja Gladisch