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HTC-Damen schreiben Sportgeschichte – der Pokal ist in Herne

Sensationell – der Pokal ist in Herne: Im vierten Anlauf klappte es endlich für die Basketball-Damen des Herner TC. In einem packenden Finale besiegten die Gastgeberinnen das Team GiroLive Panthers Osnabrück mit 79:63. Damit gewann der Verein zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Top 4 und somit den Deutschen Basketball-Pokal.

Entsprechend ausgelassen war die Stimmung auf den Rängen. „Oh, wie das schön, …” sangen die treuen Fans auf der Tribüne als nur noch wenige Sekunden zu spielen war. Zu diesem Zeitpunkt musste Vereinsvorsitzender Wolfgang Siebert bereits den erhofften Glückwünsche-Marathon über sich ergeben lassen. Nach der Schlusssirene kannte dann auch der Jubel auf dem Spielfeld keine Grenzen mehr. Kapitän Emina Karic und ihre Mitspielerinnen lagen sich in den Armen und konnten ihr Glück kaum fassen. „Ich bin auf jede einzelne Spielerin unheimlich stolz”, wusste Emina Karic, bei wem sie sich zu bedanken hatte. Denn bei den vorherigen drei Teilnahmen sprang jeweils der Bronze-Platz heraus, diesmal langte es vor heimischem Publikum zum ganz großen Wurf. Als Emina Karic den Pokal in die Höhe reckte, war Gänsehaut-Stimmung angesagt, die Halle bebte förmlich.

Fotos Finale

  • Impressionen vom Finaltag.© Frank Dieper, Stadt Herne

Während die einen sangen, zückten die anderen ihre Handys, um den Moment für immer festzuhalten. Zuvor gratuliere Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda jeder Spielerin persönlich und überreichte die langersehnte Medaille. Für das Stadtoberhaupt stand fest: „Ihr habt heute Sportgeschichte geschrieben. Ihr seid die erste Mannschaft aus Herne, die so einen bundesweiten Pokal gewonnen hat. Ich bin unheimlich stolz auf euch und lade euch zu einem Empfang ins Rathaus ein.” Dann darf natürlich auch der „Magier” nicht fehlen. „Der ist für euch”, sagte Trainer Marek Piotrowski als er den Pokal in die Richtung der Zuschauer reckte und fügte hinzu. „Wir haben für euch gefightet. Vielen Dank für die tolle Unterstützung, ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.” Es war der verdiente Lohn für jahrelange Arbeit. Hart gearbeitet werden musste auch auf dem Feld. Denn die Panther aus Osnabrück setzten da an, wo sie einen Tag zuvor aufhörten. Im ersten Halbfinale am Samstag sorgte das Team für die Überraschung schlechthin, als der Zweiligist den klaren Favoriten Eisvögel USC Freiburg mit 80:50 bezwang und somit ins keine Finale schickte. Dort musste auch Marburg antreten, nachdem sie am Samstag gegen den HTC nach einem dramatischen 80:73 den Kürzeren zogen.

Fotos Halbfinale

  • Halbfinale gegen Marburg. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Die Herner schienen gewarnt zu sein, gingen die Partie konzentriert an und bauten nach einem Drei-Punkte-Wurf durch Loyce Bettonvil ihre Führung auf 13:8 aus. Doch die Panther blieben auf dem Parkett ein unangenehmer Gegner. Angetrieben von Beatrice Attura (19 Punkte) und Karin Kuijt (9 Punkte) endete das erste Viertel zwar mit einem 22:16 für die Gastgeberinnen, richtig absetzen konnte sich das Team um Trainer Marek Piotrowski aber nicht. Im Gegenteil: Im zweiten Viertel wurde der HTC immer nervöser. Der Ball landete nicht mehr im Korb, Zuspiele wurden unpräzise oder gingen direkt ins Aus. Diese Verunsicherung spielte Osnabrück in die Karten. Der Zweitligist witterte seine Chance, war mit voller Leidenschaft im Spiel und verkürzte Punkt um Punkt den Rückstand. Nach 15 Minuten führten die Panther sogar erstmalig – einen Dreier versenkte Brianna Lee Rollerson zum 26:25. Mit einem 34-37-Rückstand aus Herner Sicht wurden die Seiten gewechselt. In der Halbzeitpause waren sich die meisten Fans aber sicher: „Das schaffen wir noch”, hieß es zwischen Bratwurststand und Halle. Und die Fans sollten Recht behalten. Sie steuerten ihren Teil zum Erfolg bei und trieben den heimischen Bundesligen an. Angeführt von Emina Karic wachte der HTC wieder auf. Als ein Dreier von Karin Kuijt zum 46:39 (gespielt waren 26 Minuten) im Korb landete, bebte erneut die Halle. Es war das Startsignal für einen unvergessenen Abend. Mit einem 58:43 ging es ins letzte Viertel. Hier schraubte Beatrice Attura mit einem Freiwurf den Vorsprung erstmals auf 20 Zähler (63:43). Spätestens jetzt kehrte auch bei Wolfgang Siebert das Lächeln zurück, nachdem er in der Pause doch etwas angespannt wirkte. Doch die Anspannung sollte schon wenig später gänzlich vergessen sein, als der Pokalsieg mit dem 79:63 perfekt war. Am Samstag geht es weiter. Dann steht das erste Playoffspiel um die Deutsche Meisterschaft auf dem Programm.