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Jugendliche Demonstranten fordern Klimaschutz

Freitags-Demo des KiJuPa

Rund 300 Teilnehmende kamen am Freitag,  14. Juni 2019, zur Klima-Demo des Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa). Eingeladen waren vor allem Kinder und Jugendliche aller Herner Schulen, aber auch Interessierte jeden Alters. Dennoch waren die jungen Menschen deutlich in der Überzahl, als sie sich ab 14 Uhr am City Center trafen und um 15 Uhr durch die Fußgängerzone zum Rathaus marschierten.

Mit selbst gebastelten Plakaten riefen die jungen Menschen zu mehr Klimaschutz auf und zeigten ihre Sorge um die Zukunft des Planeten. Der 14-jährige Leander, Schüler der Hiberniaschule, hatte bereits in anderen Städten Erfahrung mit Friday-for-Future-Demos gesammelt und feuerte die Demonstrierenden lautstark an. „Wo wir unsere Zukunft sehen: Erneuerbare Energien“ und „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ – und alle hüpften mit.

Vor dem Rathaus begrüßte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda die Kinder und Jugendlichen und zeigte ihnen seine Solidarität. „Wir werden das hinkriegen mit der notwendigen CO2-Reduzierung. Wir nehmen das Thema Klimawandel in der Stadt Herne ernst. Wir wollen mit euch etwas erreichen“, versprach er. „Wir haben bisher zu wenig erreicht, aber das, was wir bisher erreicht haben, macht Mut und zeigt, dass es geht.“ Dann erinnerte er daran, was in Herne bisher für Klimaschutz und Energiewende umgesetzt worden ist – und was noch folgt.

  • Zur Klima-Demo kamen Kinder und Erwachsene… ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Auf aggressive Zwischenrufe und persönliche Attacken von Erwachsenen reagierte der Oberbürgermeister impulsiv: „Wer verhandelt gerade über eine Fotovoltaik-Anlage auf seinem Dach?“ und erklärte: „Ich habe selbst einen Sohn in eurem Alter und ich ärgere mich oft, dass Generationen, die altersmäßig weit weg sind, den Jungen, die sich für das Klima einsetzen, so viel entgegen halten!“

Selbstkritisch zeigte sich der 18-Jährige Till in seiner Rede: „Bitte lasst keinen Müll liegen“, bat er seine Mit-Demonstrierenden. Und rechnete dann vor, wie viele Kilometer im Auto er und seine Mitschüler allein auf dem Weg zur Schule zurücklegen. „Überlegt euch, ob ihr mit dem Auto zur Schule gefahren werden müsst“, appellierte er und zeigte, wo jeder Einzelne einen kleinen Beitrag leisten kann. Seine Mitstreiterin Victoria, 19, stimmte ein: „Jede Kleinigkeit macht den Unterschied. Umweltschutz ist eine Aufgabe aller, deswegen müssen auch die Erwachsenen etwas tun.“ Außerdem forderte sie bessere Fahrradstrecken, damit mehr Menschen das Auto stehen lassen können.

Die 12-jährige Sharina, Gründerin des ersten Herner Baum-pflanz-Clubs, sprach über ihre Angst vor der Umweltzerstörung und Evan aus der dritten Klasse der Grundschule Kunterbunt, forderte die Zuhörer auf: „Wir sollten hetzt damit anfangen, etwas zu tun.“ Beinahe schon Profis im Reden waren Annika aus Bochum und Moritz aus Essen. Die beiden Fridays-for-Future-Aktivisten reimten und performten ihre Forderungen an die Erwachsenen.

Schließlich trat Kay Thörmer von der Bürgerinitiative Stadtwald ans Mikrofon und begann, statt über Klimaschutz über den Stadtwald zu sprechen. Er attackierte den Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung persönlich. Sehr zum Unmut der Jugendlichen. „Das Thema war anders mit uns abgesprochen. Ich finde es dreist, unsere Demo so zu instrumentalisieren“, ärgerte sich Victoria.

Nina-Maria Haupt