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Kosmetik und Kampfkunst beim Maike-Day

Mädchen-Tag im Pluto

Ein Tag Programm nur für Mädchen: über 100 Schülerinnen probieren am 10. November 2016 unter dem Titel „Mädchenkram Kre-a(k)tiv“ Hip Hop und Selbstverteidigung aus, mischen selbst Kosmetik, üben für Bewerbungen und informieren sich über Sexting.

  • Großer Andrang beim Eintrag in die jeweiligen Kurse. Mädchen-Aktionstag, im Stadtteilzentrum “Pluto”. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Über 100 Mädchen sitzen im Saal des Stadtteilzentrums Pluto. Der Duft von Pizza weht herein und trotzdem schauen alle ruhig und konzentriert zur Bühne. Dort stellt gerade Maren Heuer vom städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Familie das Programm des Maike-Day vor. Die Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren können sich gleich für Workshops eintragen: angefangen von Kosmetik herstellen, über Ernährungsberatung, Selbstverteidigung, Hip-Hop-Lernen und dem Liebes-Pass, wo Mädchen sich rund um Liebe und Sex informieren können. Dazu gibt es noch Wen Do, eine Kampfkust für Frauen. Außerdem stehen die Gefahren durch Sexting, also Nacktbildern, die im Internet verbreitet werden, auf dem Programm und wie man sich vor sogenannten Loverboys, die in Wirklichkeit Zuhälter sind, schützt.

Von Alltagsproblemen bis hin zu Gefahren

Zum 25. Mal haben die Stadt Herne und mehrere Organisationen, die sich für Mädchen einsetzen, gemeinsam zum Maike-Day eingeladen. Gleich geblieben ist, dass es jedes Jahr im November unterschiedliches Programm gibt zu Mädchen-Themen. Die Workshops  sollen Gefahren und Probleme aufgreifen, aber auch ganz alltägliche Fragen klären, erklärt Marion Heuer, Teamleiterin im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Herne.

„Supergute Resonanz“

„Wir haben jedes Jahr eine supergute Resonanz“, stellt Heuer fest. Am Ende eines jeden Maike-Days verteilt sie Fragebögen an die Teilnehmerinnen, bittet um Lob und Kritik. Heuer versucht, die Wünsche der Mädchen für das nächste Jahr umzusetzen. Allerdings: „Oft können wir vorher nicht einschätzen, wie die Resonanz auf die einzelnen Workshops ist. Zum Beispiel wollten in einem Jahr kaum Mädchen tanzen. Kurze Zeit später waren die Tanz-Workshops wieder sehr beliebt“, so Heuer.

Selber ausprobieren

Die Jugendlichen von acht Herner Schulen und einem Jugendzentrum haben sich inzwischen auf die Kurse verteilt und sich in die Kursräume zurückgezogen. In einem probieren sie erste Hip-Hop-Schritte aus. Mal klappt das gut, mal wollen die Beine noch nicht in die richtige Richtung. In einem anderen Raum beginnen die Mädchen mit der Selbstverteidigung – indem sie erst einmal ausprobieren, wie nah ihnen jemand kommen darf, bevor sie sich unwohl fühlen. Dann stoppen sie ihr Gegenüber allein durch Blick und Körperhaltung.

Im Bewerbungstraining bilden einige Mädchen eine Jury, vor der die anderen sich vorstellen. Gemeinsam diskutieren sie dann, wen sie am liebsten einstellen würden und was man sich von den anderen Bewerberinnen abgucken kann. Und dann ist Zeit für Pizza.

Nina-Maria Haupt