Ambulanter Hospizdienst

Lachen darf sein, auch am Lebensende

25. September 2026 | Gesellschaft
(v.re.) Thorsten Kinhöfer, Schirmherr des Fördervereins, Christoph Gilsebach alias „Professor Spaghetti“, die Hospizdienst-Koordinatorinnen Anja Schröder, Karin Leutbecher und Karola Rehrmann, Pfarrer Frank Obenlüneschloß, Vorsitzender des Fördervereins, und Saxophonist Frank Lienemann. Foto: Sabrina Didschuneit, Förderverein

Zum Auftakt begrüßte Schirmherr Thorsten Kinhöfer die Gäste. Der TV-Schiedsrichter sammelt seit Jahren Spenden für den Förderverein – mit großem Erfolg. „Der Einsatz für die Palliativstation und den Hospizdienst ist mir eine echte Herzensangelegenheit“, sagte er. „Die Zeitschenkerinnen und Zeitschenker lassen sich intensiv für ihr Ehrenamt ausbilden. Sie opfern ihre Freizeit, damit Menschen am Ende des Lebens gut begleitet werden und nicht einsam sein müssen. Ihnen gebührt ein riesengroßes Dankeschön.“ Kinhöfer versprach, den Förderverein weiter zu unterstützen. „Sie können sicher sein, dass ich auch in Zukunft immer mit Herzblut an Ihrer Seite stehen werde.“

Alltag als Klinik-Clown

Danach trat Christoph Gilsbach als Professor Spaghetti vor das Publikum. Sein Handwerk lernte er an der Folkwang-Hochschule in Essen. Mit dieser Figur besucht er seit 1998 Patient*innen jeden Alters am Universitätsklinikum Münster. In seinem Vortrag „Humor in der Sterbebegleitung“ erzählte er aus seinem Alltag als Klinik-Clown und aus seiner Arbeit in Hospizen. Seine Botschaft: Humor ist eine Haltung. Wer sie pflegt, nimmt sich selbst und andere so an, wie sie sind. „Auch am Ende des Lebens wird gelacht“, sagte Gilsbach. „Wer das zulässt, kommt Menschen näher.“ Die Koordinatorin Karola Rehrmann sah darin einen Kern der Hospizarbeit. „Wir begegnen Menschen in ihrer schwersten Zeit. Ein Lächeln nimmt dem Moment nichts von seinem Ernst. Es macht ihn leichter zu tragen.“

Erinnerungen wecken

In der Pause stärkten sich die Gäste. Ehrenamtliche, Hauptamtliche sowie Vorstand und Beirat des Fördervereins kamen miteinander ins Gespräch. Anschließend stand Gilsbach erneut auf der Bühne, diesmal als Heribert, der Wanderer. In Knickerbockern, Weste und Ballonmütze öffnete er seinen braunen Koffer. Darin lagen ein Reisewecker, ein Stundenglas, Fotos und eine Lebenswaage. Mit Pantomime, Gedichten und kleinen Zaubertricks erzählte Heribert Geschichten vom Weg. Er sprach das Publikum direkt an und weckte Erinnerungen. Frank Lienemann aus Münster begleitete ihn am Saxophon. „Heribert hat uns daran erinnert, wie viel Leben in jedem Abschied steckt“, sagte die Koordinatorin Anja Schröder. „Genau das erleben unsere Ehrenamtlichen bei jeder Begleitung.“

Kraft zurückgeben

Für die Koordinatorinnen war der Abend auch ein Dankeschön an ihre Zeitschenker*innen. Sie besuchen schwer kranke Menschen zu Hause, im Krankenhaus und in Einrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe. „Wer Sterbende begleitet, nimmt manchmal auch etwas mit nach Hause, was einen weiter beschäftigt“, sagte Karin Leutbecher. „Ein Abend wie dieser gibt Kraft zurück. Für die Möglichkeit, ein zentrales Thema auf so unterhaltsame Weise präsentieren zu dürfen, danken wir dem Förderverein und allen Spenderinnen und Spendern.“

Infoabend zum Ehrenamt

Wer das Ehrenamt näher kennenlernen und Zeitschenker werden möchte, kann einen Informationsabend am Dienstag, 6. Oktober 2026, von 17 bis 18.30 Uhr im Gemeindezentrum Herz Jesu, Düngelstraße 34, 44623 Herne, besuchen. Der neue Vorbereitungskurs zum Thema ambulante Sterbebegleitung startet am Samstag, 24. Oktober. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

 

Text: Jochen Schübel / Ambulanter Hospizdienst Herne