Prinzengarde der HeKaGe bereitet sich auf die Karnevalszeit vor
Seit dem 11. November heißt es wieder: Herne helau! Die fünfte Jahreszeit hat begonnen und findet ihren Abschluss am 18. Februar: drei Monate, in denen gesungen, getanzt und gelacht wird. Aber wie sieht eigentlich das restliche Jahr für die Herner Jecken aus? Die Prinzengarde der 1. Herner Karnevalsgesellschaft (HeKaGe) gibt einen Einblick in die Vorbereitungen auf die fünfte Jahreszeit.
Es ist ein schattiger Dienstagabend im September: Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite, die letzten Sonnenstrahlen des Tages täuschen aber nur optisch über die kühle Temperatur hinweg. Auf dem hinteren Schulhof der Realschule an der Burg in Eickel – fast schon ein wenig versteckt – leuchten die Lichter der Turnhalle. Ein paar Kinder verlassen in Begleitung ihrer Eltern die Halle: Die Minigarde der HeKaGe hat ihr Training bereits beendet. In der Halle wärmt sich eine Gruppe von fast 20 jungen Frauen für das Training der „Großen“ – die Prinzengarde – auf.
Trainiert werden sie von Christian Wever und Jennifer Mahne. Der 42-jährige Christian Wever leitet das Training und ruft zum Gardetanz auf – der Kür im Repertoire der Prinzengarde, bei der die Hälfte der Damen mittanzt. Alle zwei Jahre wird ein neuer Gardetanz einstudiert – so wie auch in diesem Jahr. Beim knapp fünfminütigen Tanz fällt auf: Größtenteils passen die Formationen und Bewegungen bei den zehn Frauen schon. Ab und zu schleichen sich noch Fehler ein, aber in spätestens zwei Monaten müssen diese Bewegungen sitzen, wenn am 11. November die Session beginnt. Dann zeigt die Prinzengarde jedes Wochenende bei verschiedenenAuftritten ihr Können.

Kurze Fotopause in den Umkleideräumen der Realschule an der Burg in Eickel.

Das Outfit- wenn es ernst wird!

Trainer Christian Wever
Straffes Sessionsprogramm
Nach dem ersten Durchgang ruft Christian Wever: „Und weil es so schön war: nochmal von vorne!“ Bis vor ein paar Jahren hat er selbst noch mitgetanzt. Nun aber besteht die Prinzengarde nur noch aus Frauen im Alter von 14 bis 30 Jahren, die sich außerhalb der Session einmal die Woche zum Training treffen. „Nach der Karnevalszeit haben wir einen Monat Pause, damit alle ihre Knochen und Bänder regenerieren können“, erklärt er. Dann startet die Gruppe mit ihren Trainingsvorbereitungen. Ab Oktober verdoppeln sich die Trainingstage auf zweimal die Woche. Richtig los geht es am 11. November mit dem Karnevalsauftakt im Vereinsheim der HeKaGe (das Bergschlösschen auf der Bergstraße) und mit der Proklamation zehn Tage später im Kulturzentrum. An den Wochenenden tritt die Prinzengarde teilweise mehrfach am Tag auf: in Herne, aber auch bei anderen Vereinen und Veranstaltungen im ganzen Ruhrgebiet.
Karnevalsmuffel fragen sich vermutlich: Wieso tut man sich das freiwillig an? Und: Machen die Auftritte bei der hohen Frequenz eigentlich noch Spaß oder wird das Tanzen mit der Zeit nicht zur reinen Tortur? Co-Trainerin Jennifer Mahne lacht und antwortet: „Es überwiegt ganz klar der Spaß, selbst wenn man jedes Wochenende unterwegs ist. Mein Mann macht zu Beginn der Session immer den Witz, dass er mich dann in ein paar Wochen erst wiedersieht.“ In Mahnes Familie nimmt der Karneval einen besonders hohen Stellenwert ein. Als Tochter des 1. Vorsitzenden Klaus Mahne ist sie, wie auch ihre Schwester, mit dem Karneval und der HeKaGe aufgewachsen – ebenso wie die beiden aktuellen Mitglieder der Prinzengarde: die 16-jährige Leonie und die 27-jährige Laura. Leonie tanzt seit zwölf Jahren im Verein, Laura sogar seit 17 Jahren. Ans Aufhören denken aber beide nicht – im Gegenteil. „Ich mache weiter, so lange es noch geht“, sagt Laura.
„Es überwiegt ganz klar der Spaß, selbst wenn man jedes Wochenende unterwegs ist. Mein Mann macht zu Beginn der Session immer den Witz, dass er mich dann in ein paar Wochen erst wiedersieht.“

Das gemeinsame Hobby schweißt zusammen
In ihrem Freundeskreis wird ihr Hobby mit einer Mischung aus Argwohn und Anerkennung betrachtet. Wobei: Mit den Jahren sind auch die anderen Tänzerinnen der Prinzengarde zu Freundinnen geworden. Trotz des Altersunterschieds verbringen die beiden in der Karnevalszeit jedes Wochenende, teilweise von morgens bis abends, zusammen. „Man vergisst den Altersunterschied mit der Zeit“, sagt Leonie. „Im März haben wir alle zusammen während der Session meinen Geburtstag gefeiert.“
Für Laura bringen die Jüngeren frischen Wind mit. Während der Session verbringen sie nicht nur die Zeit während der Auftritte zusammen, auch dazwischen unternehmen sie oft etwas in der Gruppe. Das sei wichtig, vor allem für diejenigen der HeKaGe, die nicht mittanzen und sich zum Beispiel um die Kostüme oder andere organisatorische Aufgaben kümmern: „Das schweißt zusammen.“
Eine Sache haben ohnehin alle Mitglieder gemeinsam: Je näher der Karnevalsbeginn rückt, desto größer wird auch die Vorfreude. Aber genauso froh sind sie auch, wenn ab Aschermittwoch wieder Ruhe ist und sie Zeit für ihre anderen Freundinnen und Freunde haben: die Karnevalsmuffel zum Beispiel.
Infos zu Auftritten und zum Ticketverkauf der HeKaGe gibt es auf ihren Social-Media-Kanälen (Instagram: @prinzengarde_hekage & Facebook: 1. Herner Karnevalsgesellschaft 1953 e.V.) und der Homepage www.hekage.de Interessierte können sich dort auch für ein Probetraining zum Reinschnuppern anmelden.