Tegtmeiers Erben 2023

Lilo Wanders wählt das Abendessen

26. November 2023 | Kultur
Tegtmeiers Erben 2023. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Lilo Wanders ist eine der bekanntesten Show-Persönlichkeiten in Deutschland. Sie arbeitete als Moderatorin und Show-Diva und erreichte mit dem VOX-Format „Wa(h)re Liebe“ weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Bekanntheit. Darüber hinaus spielte Lilo Wanders in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen, moderierte Gala-Abende und führte durch Varietéprogramme. Den Ehrenpreis in Form einer 6,5 Kilo schweren Tegtmeier-Bronze-Mütze überreichte Erik Flügge, mit dem Lilo Wanders die Stiftung „Come Out!“ gegründet hat, die sich um die Belange junger, queerer Menschen kümmert. Wanders bedankte sich für den Preis und verabschiedete sich mit einem Karl Dall-Zitat: „Entweder eine Mörder-Gage oder ein gutes Abendessen. Ich entscheide mich jetzt für das Zweite.“

Außerhalb des Wettbewerbs trat Monika von Manger mit ihrem Partner Carsten Bülow auf. Sie spielten den Tegtmeier Sketch „Der Schwiegermuttermörder“. Monika von Manger ist die Patin der Veranstaltung Tegtmeiers Erben.

Ehrenpreis für Ina Müller
Der Tegtmeier-Ehrenpreis ging an Ina Müller. Die norddeutsche Sängerin, Komikerin und Moderatorin setzt sich seit Jahren für die Pflege des Plattdeutschen ein. Sie startete 2007 ihre Late-Night-Show „Inas Nacht“ im NDR, für die sie unter anderem den „Deutschen Fernsehpreis“ (2008), den „Deutschen Comedypreis“ (2009) und den Grimme-Preis (2010) bekam. Die Laudatio auf Müller hielt der per Video der Komiker Jürgen von der Lippe. Von der Lippe erhielt 2015 den Jürgen von Manger-Preis für sein Lebenswerk. Müller bekam den Preis von Monika von Manger überreicht, der Nichte von Jürgen von Manger.

  • v.l. Ralf Senkel und Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Der Wettkampf
Am Samstagabend sollten sechs Künstler*innen im Wettkampf um die Tegtmeier-Gedächtnis-Kappe und um zwei mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preise, den Publikums- und den Jurypreis, antreten. Comedienne Miss Allie musste die Teilnahme am Wettkampf krankheitsbedingt absagen. Sie schickte eine Videobotschaft ans Publikum. Die Teilnehmenden des Wettkampfes waren dann: Jacky Feldmann, Stand-up-Comedienne, Moderatorin,Schauspielerin und Youtuberin, Jan van Weyde, Comedian, Synchronsprecher, Schauspieler und Comedy-Autor, Ralf Senkel, Preisträger des Dattelner und des Kremenholler Kleinkunstpreises, Nektarios Vlachopoulos, Slampoet, Humorist und ehemaliger Deutschlehrer, Nicole Jäger, Stand-Up-Comedienne und Bestseller-Autorin.

Jurypreis
Der Tegtmeiers Erben-Jurypreis ging an Nicole Jäger. Die Begründung der Jury: „Sie verkörpert ein modernes Frauenbild. Sie steht mitten im Leben und erzählt Geschichten zwischen Mut und Verzweiflung. Sie hält Männern den Spiegel vor und tut das mit viel Selbstironie.“ Jäger war von der Wahl der Jury überrascht und sagte das auch in ihrer kurzen Dankesrede. „Ich habe tatsächlich nicht damit gerechnet, gar nicht. Ich bin hardcore überfordert und überhaupt nicht vorbereitet. Ich habe nämlich, glaube ich, noch nie etwas gewonnen.“

Publikumspreis
Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda überreichte den Publikumspreis an Ralf Senkel. Er bekam 332 von 604 gültigen Stimmen, das sind 55 Prozent. Zum ersten Mal konnten die Zuschauer*innen über das Smartphone per QR-Code ihre Stimmen abgeben. Senkel begeisterte das Publikum mit seiner ruhigen, rheinischen Comedy, die an den Stil von Rüdiger Hoffmann erinnert. Den rheinischen Dialekt legte er bei seinem Dank ans Publikum aber ab. „Ich rede nicht immer nur im Dialekt und ich möchte mich in erster Linie bei Ihnen bedanken, weil ich, ja, sprachlos bin und das ist nicht häufig der Fall.“

Seit 1997 organisiert die Stadt Herne den deutschlandweiten „Tegtmeiers Erben“-Wettbewerb für Bühnenoriginale. Er wird alle zwei Jahre durchgeführt. Der Wettbewerb wurde nach Adolf Tegtmeier benannt, dem bekanntesten Charakter des Herner Schauspielers und Kabarettisten Jürgen von Manger, der 1994 verstorben ist. Er hätte am 6. März 2023 seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Patrick Mammen