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Marvin Cohut und der HEV sind in Feierlaune

Eishockey

Die Spieler des HEV bejubeln ein Tor. Die Spieler des HEV bejubeln ein Tor.

Keine Frage: Die bisherige Saison kann sich aus Sicht des HEV absolut sehen lassen. Mit dem 6:2-Sieg über den EHC Neuwied und dem 3:2-Sieg über Ratingen hat die Mannschaft von Trainer Frank Petrozza die beiden letzten Heimspiele des Jahres für sich entschieden.

Rang zwei im Visier

Damit haben die Herner Platz drei in der Oberliga-West gefestigt und nehmen sogar Rang zwei ins Visier. Es sind Spiele wie gegen Neuwied, die auch für Marvin Cohut besondere Atmosphäre am Gysenberg ausmachen: „Das war einfach eine absolut super Stimmung. Es war wirklich Klasse, aber auch ein hartes Stück Arbeit für uns“, betont das Herner Eigengewächs. Als solches darf der 20-Jährige sicherlich bezeichnet werden. Denn schon mit drei Jahren stand er am Gysenberg zum ersten Mal mit Schlittschuhen auf dem Eis. Acht Jahre hielt er im Anschluss im Jugend- und Schülerbereich dem Verein die Treue, bevor er schon als Zwölfjähriger ein Angebot aus Düsseldorf erhielt. Für die Metrostars fuhr er vier Jahre in der DNL – der höchsten deutschen Nachwuchsliga – dem Puck hinterher. Keine einfache Zeit für einen jungen Spieler, aber auch für seinen Vater. „Er hat mich jeden Tag zum Training von Herne nach Düsseldorf gefahren, dafür bin ich ihm heute noch dankbar“, erklärt Cohut.

  • Impressionen vom Spiel HEV gegen Neuwied. ©Stadt Herne, Michael Paternoga

Ein halbes Jahr in Kanada

Auch bei seiner nächsten Station freute sich der heute 20-Jährige auf familiäre Unterstützung. Mit 16 Jahren wagte er den Sprung nach Kanada – dem Eishockeyland Nummer eins. In Manitoba lebte er für sechs Monate bei seiner Tante und trug auf dem Eis das Trikot seiner High-School. „Eishockey hat in Kanada natürlich einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Weil ich Eishockey spielte, wurde ich in der Schule von fast jedem angesprochen. Das war schon eine sehr aufregende Zeit, so eine Erfahrung kann ich nur jedem empfehlen“, sagt der gebürtige Recklinghäuser rückblickend. Zurück in Deutschland ging der Stürmer wieder für die Metrostars auf Torejagd. Nach seiner Rückkehr wollte es in Düsseldorf  aber nicht mehr so gut klappen. Es folgte ein Wechsel nach Kaufbeuren. In Bayern spielte er in der DNL ein halbes Jahr. „Dann war es Christian Sikorski, der mich zurück nach Herne holte“, sagt Cohut. Der HEV trat damals noch in der Regionalliga an. „Für mich war das super, ich war somit mit 17 Jahren in der Regionalliga aktiv, das war schon ganz  ordentlich für so einen jungen Spieler. Außerdem waren wir in diesem Jahr sehr gut drauf, beinahe hätte es sogar zum Aufstieg gereicht.“

  • Impressionen vom Spiel HEV gegen Neuwied. ©Stadt Herne, Michael Paternoga

Tolle Stimmung nach 6:2 über Neuwied

Lange mussten die Fans auf die Aufstiegsfeier allerdings nicht mehr warten. Schon eine Saison später war der Sprung in die Oberliga perfekt. Im vergangenen Jahr konnte der HEV als Aufsteiger locker und unbeschwert aufspielen. „In dieser Saison sieht es schon etwas anders aus“, gesteht der Herner und fügt hinzu: „Inzwischen haben wir  uns Respekt verschafft, die anderen Mannschaften wollen gegen uns punkten. Deshalb müssen wir in jeder Partie auch alles geben.“ So wie im Heimspiel gegen Neuwied. Da war das Publikum aus dem Häuschen, als das Team von Petrozza einen frühen 0:1-Rückstand bis zur 43. Minute in eine 5:1-Führung verwandelte. Rund 1.900 Zuschauer pilgerten zur Halle und sorgten für einen tollen Rahmen. Am 2. Weihnachtsfeiertag gab es dann zum Abschluss des Jahres ein 3:2 gegen Ratingen. Der HEV demonstrierte damit noch einmal seine Heimstärke. Nur ein einziges Mal unterlagen die Herner vor eigenem Publikum. Und das ausgerechnet im Derby gegen Moskito Essen  – 1:6. Da in der Oberliga eine Doppelrunde gespielt wird, gastieren die Essener noch einmal am Gysenberg.

Am 2. Januar Derby gegen Essen

Gleich im ersten Spiel des neuen Jahres – am 2. Januar – reisen die Moskitos noch einmal nach Herne. „Schon im letzten Auswärtsspiel waren wir nah dran. Nach der regulären Spielzeit stand es 2:2, erst im Penaltyschießen mussten wir uns mit 2:3 geschlagen geben“, erinnert sich Cohut, der sich schon auf das nächste Derby freut. Mit gutem Grund: Denn es sind genau solche Spiele, die für die Spieler aber auch für die Zuschauer die Highlights  der Saison sind. „Ein Sieg gegen Essen wäre wichtig, auch für unsere Fans, die uns immer so toll unterstützen“, gerät Cohut ins Schwärmen. „Als Spieler gibt es nichts Schönere als in einer vollen Halle zu spielen. Die Motivation ist ganz anders, man geht anders ins Spiel rein und holt dann noch einmal das letzte aus sich heraus. Auch für die Zuschauer selber ist es schöner, wenn es voll ist, dann ist die Atmosphäre noch einmal eine ganz andere.“ Und vielleicht gelingt dem Herner Eigengewächs gegen Essen auch ein Treffer, im letzten Derby scheiterte er noch am Pfosten. Gerade im Duell gegen die Moskitos würde sich Cohut natürlich viel Eiszeit wünschen, dabei ist er mit einer persönlichen Entwicklung durchaus zufrieden: „Ich denke schon, dass ich mich gegenüber der vergangenen Saison verbessert habe. Natürlich würde ich gerne noch mehr spielen, aber das muss ich mir auch verdienen.  Noch fehlen noch die Tore. Das ist einfach das nächste, was jetzt passieren muss“, sagt der 20-Jährige, dem Eishockey schon immer alles bedeutet hat. Als junger Spieler muss er noch viel lernen, das weiß er. Deshalb ist er auch froh, dass er inzwischen in seine vierte Saison beim HEV geht. Denn hier kann er sich noch weiterentwickeln. Nicht ohne Grund sagt er: „Die Mannschaft ist super, ich habe selten in einem Team gestanden, in dem der Zusammenhalt so groß war.“