Arbeitnehmendenempfang 2026

Oberbürgermeister zeichnet Bild der Arbeitswelt der Zukunft

28. April 2026 | Wirtschaft
Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda bei seiner Ansprache auf dem Arbeitnehmendenempfang. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne
„Viele Menschen stehen aktuell unter Druck: steigende Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Unsicherheiten, Angst vor beruflichem Wandel, Verlust des Arbeitsplatzes – diese Kombination von Problemen verstärkt das Gefühl von Kontrollverlust und Unsicherheit.“ Und auch wirtschaftlich bliebe diese Entwicklung nicht folgenlos, so der Oberbürgermeister, denn Auftragsbücher füllen sich langsamer, Investitionen würden verschoben und Unternehmen zeigten sich insgesamt vorsichtiger und zurückhaltend.

  • Der Arbeitnehmendenempfang im Veranstaltungszentrum Gysenberg. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Dennoch – oder gerade deshalb – sei man in Deutschland gut beraten, nicht auf einfache Lösungen zu setzen, sondern sich den anstehenden Herausforderungen bewusst zu stellen. Dies, so der Oberbürgermeister, gelte auch für das Thema Digitalisierung und die Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in immer mehr Arbeitsfeldern. Diese Transformation sei bereits in vollem Gange, biete aber neben den oft beschworenen Risiken auch erhebliche Chancen: „Denn Probleme entstehen gerade dann, wenn Fortschritt nicht sozial gestaltet wird. Das bedeutet auch, wenn Effizienzgewinne nicht bei den Beschäftigten ankommen, sondern ausschließlich in Bilanzen sichtbar werden.“ Hier stärkte Dr. Frank Dudda vor den rund 150 Gästen den Gewerkschaften demonstrativ den Rücken: „Sie sorgen dafür, dass Fortschritt nicht bedeutet: höhere Gewinne für wenige und Unsicherheit für viele. Sondern dass Fortschritt bedeutet: bessere Arbeit, bessere Bedingungen und mehr Sicherheit.“

Der Empfang fand auch in diesem Jahr traditionell im Vorfeld zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai statt. Der Oberbürgermeister empfing die Vertreter*innen der Gewerkschaften, der Stadtverwaltung und der Herner Stadtgesellschaft im Veranstaltungszentrum Gysenberg. Unter den zahlreichen Gästen waren traditionell zahlreiche Vertreter*innen von DGB und Spartengewerkschaften, darunter neben Stefan Marx als Regionsgeschäftsführer der DBG-Region Ruhr-Mark etwa Jörg Thannheuser als Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ruhrgebiet-Mitte. Auch der Herner Landtagsabgeordnete Alexander Vogt zählte ebenso zu den Zuhörenden wie Sozialdezernentin Stephanie Jordan, Stadtkämmerer Marc Ulrich und Stadtbaurat Stefan Thabe.

Stefan Marx schilderte in seiner Rede seine Sicht auf die Herner Wirtschaft. Auch er bekräftigte seine Einschätzung des Vorjahres, wonach die Arbeit der Gewerkschaften in der aktuellen Lage ganz besonders wichtig sei. Zudem freute er sich ausdrücklich über den großen Zuspruch zum Empfang, der in einer vielköpfigen Gästeschar Ausdruck fand.