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Pflegefreies Urnenreihengrab auf dem Südfriedhof

Weiterer Baustein der Grabkultur

Nicht immer ist es möglich, dass Angehörige die Gräber ihrer Verstorbenen pflegen können oder pflegen wollen. Um hier ein weiteres Angebot zu schaffen, bietet die Stadt Herne ab sofort auf einer Rasenfläche auf dem Südfriedhof ein pflegefreies Urnenreihengrab an.

Dezernent Karlheinz Friedrichs ist vom Konzept überzeugt: „Denn hiermit schaffen wir einen weiteren Beitrag zur Grabkultur in Herne. Wir versuchen, vielfältige Formen der Bestattung auf unseren Friedhöfen anzubieten.” Nun ist eine weitere hinzugekommen. Der erste Bereich der Rasenfläche ist bereits vorbereitet. Zu jedem Grab gehört eine Steinplatte, 30 Steinplatten verteilt auf zwei Reihen geben bereits eine Orientierung und zeigen den Charakter des Urnengrabfeldes. Später können dort bis zu 100 Gräber entstehen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist je nach Nachfrage Potenzial für weitere Flächen. Flächen, die von den Angehörigen nicht gepflegt werden müssen. Dies stellte auch Heinz-Jürgen Kuhl, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün, noch einmal besonders heraus: „Die Angehörigen haben mit der Pflege nichts zu tun. Das Nutzungsrecht beträgt 25 Jahre, in den Kosten enthalten ist die komplette Pflege inklusive der Platte.”

  • Haben das neue Angebot erarbeitet: Karlheinz Friedrichs, Christina Thieringer-Bonk und Hans-Jürgen Kuhl ©Thomas Schmidt, Stadt Herrne

1700 Euro für komplette Pflege und Steinplatte

Mit 1700 Euro gibt es nun auch ein Angebot aus dem erschwinglichen Preissegment. Das Urnenreihengrab ist günstiger als eine Nische in einem Kolumbarium, wobei die Nutzungsdauer dort auch nur 15 Jahre beträgt. Der Trend zur Urne ist allerdings nicht zu übersehen. „Die Urnen machen heute inzwischen mehr als 70 Prozent aller Bestattungen aus”, berichtet Christina Thieringer-Bonk, Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung. Für Kuhl ist diese Entwicklung nicht nur auf die geringen Kosten zurückzuführen. „Da gibt es verschiedene Gründe. Zum einen werden die Menschen heute immer älter. Wenn ein 70-Jähriger seine 90-jährige Mutter beerdigt, weiß er auch, dass es nicht einfach sein wird, das Grab noch 25 Jahre zu pflegen. Zum anderen gibt es nicht mehr diese Ortsverbundenheit. Angehörige leben vielleicht verteilt in ganz Deutschland. Da kann man sich nicht mal eben um ein Grab kümmern und die Blumen gießen.” Insbesondere vor diesem Hintergrund rechnet Dezernent Friedrichs damit, dass es „eine hohe Nachfrage geben wird.”