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Philosophischer Radio-Salon im Literaturhaus

Mit dem Philosoph Gunter Gebauer und WDR 5-Moderator Jürgen Wiebicke

Jürgen Wiebecke, Journalist und Schriftsteller am Albertus Magnus Denkmal in Köln © WDR/Bettina Fürst-Fastré Jürgen Wiebecke, Journalist und Schriftsteller am Albertus Magnus Denkmal in Köln © WDR/Bettina Fürst-Fastré

Der Philosoph Gunter Gebauer und WDR 5-Moderator Jürgen Wiebicke laden am Mittwoch, 28. November, ein zu einem Austausch über Gefühle und Sprache. Der Radio-Salon im Literaturhaus Herne beginnt um 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Gefühle sind höchst persönlich und individuell. Wie kann trotzdem die Verständigung mit anderen gelingen? Emotionen sind für die Person, die sie hat, etwas Einzigartiges, und sie gehören ganz wesentlich zu dem, was das Eigene eines Menschen ausmacht. Die Gefühle von anderen dagegen sind Ausdrucksweise einer fremden Psyche, etwas ganz anderes. Unsere eigenen Gefühlszustände können wir unmittelbar spüren, die von anderen nur irgendwie nachvollziehen. Trotzdem können wir mit anderen über Gefühle reden, so wie wir auch über Dinge sprechen können. Wie funktioniert das?

Mit den Mitteln der Sprache

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat nachgewiesen, dass man die Sprache auch dann schon braucht, wenn es darum geht, die eigenen, vorsprachlichen Emotionen zu erfassen. Wenn es um Gefühle geht, ist die Gesellschaft also immer schon direkt dabei. In einem vielfältigen Sprachspiel lernen kleine Kinder in Kommunikation mit den Eltern den Umgang mit Gefühlen und ihre Einordnung/Bewertung. Die Reaktionen der Eltern sind entscheidend – sie haben eine Teilhabe-Perspektive.

“Ich” und “Du”

Mit Hilfe unserer Fähigkeit zur Empathie reproduzieren wird in bestimmten Situationen ähnliche Gefühle wie unser Gegenüber. Das, was wir dann empfinden, wird sprachlich “rekonfiguriert“ und in ein symbolisches System eingeordnet, sagt der Philosoph Gunther Gebauer. Durch die Sprache erhalten biologische Funktionen so gesellschaftliche Bedeutung. Und die Möglichkeit, die Emotionen des anderen zu erfassen, liegt schon in der körperlichen Existenz von Menschen begründet.