Scharf und lecker

19. März 2025 | Ausgabe 2025/3

 „Die Currywurst“ in Wanne

An der Heidstraße 28 in Wanne hat sich der Imbissbetrieb „Die Currywurst“ zu einer Institution entwickelt. Hier trifft Tradition auf Innovation und das seit mehr als drei Jahrzehnten. Ein inherne-Team hat die Betreiber Gerd und Gabi sowie ihren Sohn Daniel Herzog getroffen und sie zu ihrer spannenden Reise befragt.

„Die Currywurst“ ist nicht nur ein Imbiss, sondern ein Ort voller Geschichten und Erinnerungen. Gerd Herzog denkt an die Anfänge zurück: „Vor mehreren Jahrhunderten…“, schmunzelt er, „es war wirklich eine aufregende Zeit.“ Die Familie hat über die Jahre zahlreiche Specials veranstaltet, von denen besonders das Schärfe-Essen mit exotischen Gerichten wie Kamel-Gulasch und frittierte Heuschrecken in Erinnerung geblieben ist. „Man muss nur die richtigen Leute kennen“, fügt Gerd mit einem Augenzwinkern hinzu.

Prominente Gäste und TV-Auftritte

Die Currywurst hat sich auch einen Namen in der Medienwelt gemacht, ist aufgrund der außergewöhnlich scharfen Saucen ein gern gesehener Drehort für diverse Fernsehformate. „Wir hatten viele Fernsehköche hier, darunter Nelson Müller und Björn Freitag“, erzählt Gerd Herzog stolz. „Schauspieler Martin Brambach (Das Leben der Anderen / Goodbye Lenin) hat uns dreimal besucht.“ Die zahlreichen Auftritte im Fernsehen, wie bei Günther Jauch (Stern TV), haben dem Imbiss zu einer breiten Bekanntheit verholfen. „Das holländische Fernsehen war ebenfalls hier – ein Austausch über die kulinarischen und kulturellen Eigenheiten beider Länder.“ Zuletzt waren Comedienne Hazel Brugger und Komiker Lutz van der Horst für einen YouTube-Dreh zu Besuch.

Der Generationenwechsel

Hat Gerd Herzog zunächst allein angefangen, ist nach und nach der Rest der Familie ins Geschäft eingestiegen. Gabi erinnert sich an die stressigen Anfangstage: „Es war überw.ltigend, ins kalte Wasser zu springen!“ Daniel ist dann vor knapp zehn Jahren in das Familiengeschäft eingestiegen, nicht aus Zwang, sondern aus einer natürlichen Entwicklung. „Ich bin Hotelkaufmann von Beruf und wollte einsteigen, als sich die Gelegenheit bot“, erklärt er. Dennoch sieht Gerd seine Rente nicht in Sicht: „Ich werde wahrscheinlich hier so lange mithelfen, wie ich kann!“ Sein Tatendrang ließe nichts Anderes zu.

Gabi Herzog

Gerd Herzog

Daniel Herzog

Kreativität in der Küche

Ein großes Thema bei den Herzogs sind die kreativen Ideen, die sie immer wieder umsetzen. „Pommes mit Nutella“ ist da nur ein weiteres Beispiel unter vielen, es gab auch bereits Currysauce mit Erdbeeren oder eine schwarze Currysauce mit Brombeeren und Tintenfischtinte. „Wir experimentieren gerne mit neuen Kombinationen, wie der Dönninghaus-Bratwurst mit scharfen Gummibärchen“, erklärt Daniel, „auch wenn das nicht immer klappt.“

Scharfe und vegane Optionen

„Die Idee mit den scharfen Soßen gibt es bei uns seit zwanzig Jahren“, erzählt Gerd und beschreibt, wie er durch die Nachfrage zweier Kunden inspiriert wurde. Die wollten mal so eine „richtig scharfe“ Currywurst probieren, aber Cayennepfeffer und Tabasco reichten ihnen nicht, erinnert er sich. Da sah er direkt die Herausforderung: „Mal sehen, wie scharf scharf geht.“

„Wir können die schärfste Currywurst der Welt herstellen. Der Grund: Wir haben die schärfste Substanz der Welt hier im Laden, das reine Capsaicin, den Stoff, der für die Schärfe der Chillis verantwortlich ist, mit 16 Millionen Scoville. Das kommt allerdings nur bei den Schärfe-Wettessen schon mal zum Einsatz. Hier im Laden muss sich der Kunde erst hocharbeiten“, so Gerd Herzog.

Besonderer Wunsch: Stand auf der Cranger Kirmes

Das besondere Highlight seines Sortiments: eine Bratwurst nach deutschem Rezept mit Kalb und Pute. „Viele muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger wollten auch gerne mal eine richtige Bratwurst essen, auf der Kirmes zum Beispiel. Jeder, der diese Bratwurst probiert hat, sagt, dass sie genauso schmeckt wie das Original.“ Damit helfe er auch der Integration derjenigen, die ebenfalls ihre Wurzeln in der Türkei haben: Nun können muslimische und nicht-muslimische Menschen gemeinsam grillen und freuen sich gleichermaßen auf ihre Bratwurst – so funktioniert Integration am besten. Für die Zukunft der Stadt wünscht sich Kartal vor allem, dass sie weiter belebt wird: zum Beispiel durch den Ausbau der Innenstadt, des Rathauscarrés und des Hauptbahnhofs. Und als Wanne-Eickeler hat er noch einen ganz besonderen Wunsch für die nächsten Jahre: ein Stand auf der Cranger Kirmes mit seiner Bratwurst.

War die Sauce aus Habanero- Chilis mit 300.000 Scoville damals das Schärfste, was ging, haben die Herzogs ihre Palette seitdem noch erweitert. Durch die hauseigene „Bombfire“-Sauce stehen mittlerweile bis zu 666.000 Scoville auf der Speisekarte. „Wir bieten verschiedene Schärfegrade an, um allen gerecht zu werden“, so Daniel. „Deshalb bieten wir auch vegane Optionen an, die richtig gut schmecken.“

Text: Rebecca Corrent und Patrick Mammen     Fotos: Frank Dieper, Adobe Stock