25 Jahre Kommunaler Ordnungsdienst in Herne
Aus heutiger Sicht kaum zu glauben: In Nordrhein-Westfalen sind Kommunale Ordnungsdienste erst seit Ende der 1990er Jahre ein Thema. Herne ist hier keine Ausnahme. Kurz vor der Jahrtausendwende erteilte die Politik der Verwaltung den Auftrag, Ordnungskräfte auch in diesem Bereich auf den Straßen der Stadt einzusetzen und so etwas für das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu tun.
Von Anfang an dabei ist Sigrid Mertens, die – damals noch als Teilzeitkraft – ein zunächst vierköpfiges Team aufbauen durfte, das im Laufe der Jahre kontinuierlich gewachsen ist. Heute, ganz kurz vor ihrem Ruhestand nach 49 Jahren im Dienst, ist Sigrid Mertens immer noch dabei. Als Abteilungsleiterin hat sie die letzten 25 Jahre begleitet und an vielen Stellen geprägt. Seit 2002 ist sie zudem auch für die Verkehrsüberwachung zuständig.

Dennis Trompetter, Teamleiter beim Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt.

Die Abteilungsleiterin des Kommunalen Ordnungsdienstes, Sigrid Mertens im Gespräch
„In den ersten Jahren mussten wir uns vieles ganz neu erarbeiten, einige Bereiche lagen bis dato regelrecht brach.
Schnell gewachsen
Aktuell arbeiten 27 Kräfte allein im Ordnungsdienst, dazu kommen aktuell sieben Auszubildende und weitere rund 35 Personen in der Verkehrs- und Geschwindigkeitsüberwachung sowie in der Verkehrslenkung und im Büro. „In den ersten Jahren mussten wir uns vieles ganz neu erarbeiten, einige Bereiche lagen bis dato regelrecht brach. Vor allem Konsequenz war nötig und auch erfolgreich. Von Anfang an wurden Strafverfahren bei Beleidigungen und tätlichen Angriffen auf Mitarbeitende angestrebt. Gleichzeitig waren und sind wir aber auch Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger, repräsentieren die Stadtverwaltung und helfen, wo immer wir können“, weiß Sigrid Mertens zu berichten.
Positive Entwicklung
Mit ihrer Geradlinigkeit und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit führte Sigrid Mertens die unterschiedlichen Dienste zusammen. Am Ende ist der von ihr beschrittene Weg aus ihrer Sicht aber eine „große Erfolgsgeschichte“, zumal auch in der Außendarstellung und -wahrnehmung die Herausforderungen groß waren. „Von der ersten Stunde an begleitete die Presse die Entstehung des Ordnungsdienstes kritisch, zog aber schnell ein aus meiner Sicht positives Fazit“, so Sigrid Mertens. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung sei bis heute hoch, erklärt Dennis Trompetter, Teamleiter in der Abteilung von Sigrid Mertens und seit 2006 dabei. Allerdings sei der Respekt über die Jahre zusehends verloren gegangen, ergänzt er. „Immerhin ist die Akzeptanz in der Politik inzwischen sehr hoch, denn auch wenn der Ordnungsdienst bis heute eine freiwillige Leistung der Kommunen ist, stellt ihn niemand mehr wirklich in Frage. Die Herausforderungen und die Themenfelder sind zusehends größer geworden“, so Sigrid Mertens, die ergänzt: „Spätestens mit der EU-Erweiterung in Richtung Osteuropa haben sich Problemfelder aufgetan, die vorher kaum vorhanden waren.“
Kurze Wege
Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei habe sich über die Jahre positiv entwickelt, weiß Sigrid Mertens zu berichten. „Anfangs sind wir noch so ein bisschen belächelt worden. Eine Ordnungspartnerschaft
mit der Landespolizei gab es aber von Beginn an. Heute arbeiten wir eng und gut zusammen. Dazu gehören gemeinsame Streifen ebenso wie konzertierte Aktionen zum Beispiel in Gewerbetrieben oder Problemimmobilien. Wichtig sind hier vor allem die gut funktionierenden, kurzen Dienstwege.“ Auch im Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern seien kurze Wege essentiell, erklärt Dennis Trompetter. „Natürlich kriegen wir auch mal den Frust der Menschen ab. Umso wichtiger ist es daher, ihnen zu erklären, was wir tun können und was eben nicht.“
Auf in den Ruhestand
Sigrid Mertens hat in Zukunft mehr Zeit für Familie und Enkelkind, freut sich aber auch im Ruhestand darauf, die Cranger Kirmes zu besuchen. Mit Lars Dorobeck hat die Abteilung inzwischen einen neuen Leiter gefunden, der vom Zusammenhalt und dem vorhandenen Teamgeist sicher ebenso profitieren wird, wie von der guten Vorarbeit seiner Vorgängerin.