Das Cranger Tor wurde erfolgreich saniert
Anfang Mai haben die Veranstalter der Cranger Kirmes das frisch sanierte Cranger Tor vorgestellt. Oberflächliche Schäden haben eine Instandsetzung nötig gemacht, um die Bausubstanz langfristig zu erhalten. Das Cranger Tor markiert den Haupteingang zum Platz der Cranger Kirmes. Es ist eines der Wahrzeichen der Cranger Kirmes und ein ebenso beliebtes Fotomotiv wie die Fritz-Statue gegenüber.
Viele Kirmesrundgänge beginnen hier. Erst legt man Kirmesmaskottchen Fritz die Hand auf die Schulter, dann schnell ein Selfie in die andere Richtung mit dem Cranger Tor im Hintergrund. Am Souvenir- und Infostand daneben gibt es den aktuellen Crange-Plan zur besseren Orientierung. Nicht zuletzt gehört auch der Verzehr einer sauren Gurke für viele Jahr für Jahr zu den ersten obligatorischen Kirmeshandlungen.

Geschichte des ersten Tors
Das erste Cranger Tor wurde am 2. August 1978 eingeweiht. Es handelte sich um ein Geschenk des Schaustellers Ludwig Kallenkoot an die Cranger Kirmes. Der damals 50-jährige Schausteller war zur Aufstellung des Ur-Cranger-Tors genau 20 Jahre mit dem Riesenrad auf der Cranger Kirmes vertreten – ein freudiger Anlass, der Stadt dieses Geschenk zu machen. „Das großzügige Geschenk zeigt, wie identitätsstiftend ein solches Tor für die Schaustellerinnen und Schausteller sein kann“, beschreibt Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla die Ursprünge des Cranger Tors.
Mit Blumen und Drachen
Das in seiner Ursprungsform noch schlichte Tor wurde ab 1990 durch die Firma Costaras verziert. „Schlossermeister Constantin Costaras und sein Sohn Elias Michel haben die Kunstschmiedearbeiten in Form von Rankenornamenten mit Blumen und Drachen als Fahnenhalter gestaltet“, schildert Dr. Burbulla. Weitere Details sind zwei Karussells und zwei Vogelnester mit einem Vogel, der seinen Nachwuchs füttert, jeweils zur linken und rechten Seite. Mehrfach taucht das aus dem Stadtwappen bekannte Pferd auf. Unter der jährlich wechselnden Jahreszahl der Cranger Kirmes ist dauerhaft die Jahreszahl 1990 zu sehen.

Neuerrichtung des Cranger Tors
Nachdem das Vorgängertor am 1. August 2010 wenige Tage vor Kirmesbeginn durch einen LWK beschädigt wurde, wurde schließlich das jetzige Cranger Tor am 8. Juni 2011 aufgestellt. Die Verzierungen blieben als verbindendes Element der Tradition erhalten. Das Tor ist nun wesentlich stabiler als das alte und ruht in einem neuen Fundament. Die einzelnen Stahlteile sind mit rund 1700 Schrauben miteinander verschraubt. Die Durchfahrthöhe beträgt rund fünf Meter, die Breite liegt bei 9,40 Metern. Insgesamt bringt das Tor 4,5 Tonnen auf die Waage.
Sanierung im Jahr 2026
Nach der Kirmes im vergangenen Jahr hatte die Bezirksvertretung Wanne den Beschluss gefasst, dass die Verwaltung der Stadt Herne das Cranger Tor sanieren lässt. „Zunächst wurde das Tor bis auf die Grundschicht sandgestrahlt. Dabei traten Beschädigungen zu Tage, sodass mit einer Schleifmaschine und schließlich in Handarbeit mit Schleifpapier weitergearbeitet wurde“, berichtet Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung von der erfolgreichen Sanierung. Abschließend sei die neue Lackierung mit einer Spezialfarbe erfolgt, die das Tor bis zu 20 Jahre lang vor Witterungseinflüssen schützen solle.
Die Zahlen am Cranger Tor
Bis 2018 wurde am Cranger Tor eine Zählweise fortgeschrieben, die willkürlich in der Zeit des Nationalsozialismus gewählt worden war, um im Jahr 1935 das 500. Volksfest auf Crange zu feiern. Seit 2019 ist der neue zeitlicher Ankerpunkt das Jahr 1484, in dem die Freiheit Crange mit impliziertem Marktrecht erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Dieses Jahr bildet das kräftigste symbolische Ausgangsdatum für die Zählung der Jahre des Bestehens der Cranger Kirmes. In diesem Jahr wird daher die Zahl 542 am Cranger Tor zu sehen sein.