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Tropos Motors Europe will E-Fahrzeuge in Herne bauen

Unternehmen der Mosolf-Gruppe siedelt sich im Heitkampsfeld an

Pressekonferenz zur Ansiedlung von Tropos Motors Europe in Herne. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Die Automobilindustrie kehrt zurück ins Ruhrgebiet: Unter der Marke Tropos Motors Europe werden demnächst elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge in Herne gefertigt. Das zur Mosolf SE & Co. KG gehörende Unternehmen zieht auf einen Teil des ehemaligen Heitkamp-Geländes in Wanne-Eickel. Mosolf ist einer der führenden Automobil-Logistiker in Europa und baut bereits Sonderfahrzeuge, unter anderem für Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk. Nun sollen in Herne kleine Nutzfahrzeuge für den Einsatz in der Innenstadt entstehen.

  • Elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge für die Innenstadt sollen demnächst in Herne produziert werden. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Comeback der Region als Auto-Standort

„Wir holen die Automobilproduktion ins Ruhrgebiet zurück. Tropos ist ein Juwel, es hat etwas von einem Comeback der Region. Mit der E-Mobilität widmen wir uns einem Zukunftsthema“, lobte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda bei der Vorstellung der Neuansiedlung am Dienstag, 16. Juli 2019.

„Wir waren auf der Suche nach einem Produktionsstandort, der uns unterstützt und einem Umfeld, das sich – wie die Hochschule Bochum – mit alternativen Antrieben beschäftigt. Herne hat uns mit offenen Armen empfangen und ist uns wohlgesonnen“, stellte Geschäftsführer und Teilhaber Dr. Jörg Mosolf fest. Auch Gregory Hancke, Vorstand der Mosolf-Gruppe, ergänzte: „Ein riesiger Vorteil dieser Region ist, dass wir leicht extrem qualifizierte, hochmotivierte Mitarbeiter finden, die hervorragende Erfahrungen mitbringen, weil es hier bereits Automobilindustrie gab. Es gibt mehrere Hochschulen in unmittelbarer Nähe, an denen Ingenieure ausgebildet werden, die wir einstellen können. Außerdem ist das Ruhrgebiet einer der größten Märkte in Deutschland.“

Forschung und Entwicklung in Herne

Die ersten Vorstellungsgespräche hat die Firma Mosolf bereits geführt. Ab Januar 2020 soll die Produktion am neuen Standort beginnen. Zwischen 1500 und 2800 der Leichtnutzfahrzeuge möchte Dr. Mosolf im kommenden Jahr in Herne produzieren lassen. Bis zu 3000 Stück pro Jahr sollen es in Folge werden. Zunächst beginnen 15 bis 16 Mitarbeiter die Produktion, später sollen es rund 50 werden. Nicht nur die Produktion, auch Forschung und Entwicklung sollen in Herne stattfinden. Von dort aus soll der Europäische Markt erschlossen werden.

„Das Fahrzeug ist das einzige dieser Klasse, das aussieht wie ein richtiger LKW“, erklärte Hancke. In China und den USA seien ähnliche Fahrzeuge bereits auf dem Markt, nun wolle Tropos diesen Typ in Europa auf den Markt bringen. Zwei verschiedene Modelle hat die Firma im Angebot, mit verschiedenen Aufbauten, die sich schnell wechseln lassen. Weitere Entwicklungen sollen mit der Rückmeldung von Kunden, mit umliegenden Hochschulen und neuen Erfahrungen in Herne entstehen.

Nina-Maria Haupt