Newsticker

Urban Frauen-Power

Jugendkultur / 2013

Kama Frankl und Martina Gimplinger, ©Michael Paternoga, Stadt Herne

Kama Frankl (27) und Martina Gimplinger (30) sind nicht nur während des Festivals 2013 zwei wichtige Stützen von Pottporus

Eigentlich wollte Kama Frankl im Rahmen ihres Studiums 2009 nur ein Praktikum beim Verein Pottporus absolvieren. Vier Jahre später ist die urbane Jugendkultur immer noch eine Herzensangelegenheit der heute 27-Jährigen. Ihr Praktikum hatte kaum begonnen, da hatte die gebürtige Recklinghäuserin bereits den kompletten Jugendbereich übernommen. Das Junge Pottporus, einst als Next-Generation-Projekt des Schauspielhauses Bochum im Rahmen von Ruhr.2010 gegründet, wäre ohne Kama Frankl kaum denkbar.

„Hier können wir die Zukunft mit Jugendlichen nachhaltig gestalten. Wir können sie auffangen, sie fördern und ihnen eine Plattform bieten“, beschreibt die Studentin für Szenische Forschung ihre Aufgaben. Oft ist sie mit ihren Gruppen auch an Schulen, Theaterhäusern oder anderen Kulturinstitutionen anzutreffen. Bei Projektwochen und Workshops soll die junge Generation ihre Potenziale ausschöpfen. Doch in den Händen der 27-Jährigen liegt nicht nur die künstlerische Leitung des Jungen Pottporus und der Dance School. Denn oft betreut sie die Projekte der Nachwuchskünstler nicht nur, sondern ist selber in die Produktion eingebunden. Dann übernimmt sie die Regie und Choreografie.

Aus Wien in den „Pott“

Martina Gimplinger hat das Ruhrgebiet bereits in ihr Herz geschlossen. Die 30-Jährige zog erst vor einem Jahr aus Wien in den „Pott“, um sich in der Ruhr-Universität der Szenischen Forschung zu widmen. In Österreich studierte sie Afrikawissenschaften, kombiniert mit Kunstgeschichte, Theater- und Musikwissenschaften. Heute ist sie vor allem aber die Assistentin vom Vereinsvorsitzendem Zekai Fenerci. In dieser Funktion kümmert sich Martina Gimplinger so ziemlich um alles, was bei Pottporus organisatorisch anfällt – von der Buchung von Flugtickets für die Künstler bis zum Schreiben von Förderanträgen.

Ihre künstlerischen Freiräume bleiben dabei nicht auf der Strecke. Schon bei ihrer Festival-Premiere vor einem Jahr arbeitete sie an der Seite der New Yorkerin Patricia Noworol als Dramaturgin. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich dort künstlerisch einzubringen“, betont Martina Gimplinger. Schon in Österreich hatte sie einige eigene Projekte oder agierte als Regieassistentin. Auch beim aktuellen Pottporus-Festival wird sich die 30-Jährige künstlerisch entfalten. Im Tanzlabor im Schauspielhaus Bochum ist eine Performance mit einem Tänzer aus dem Senegal zu sehen.

Text und Foto: Michael Paternoga