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Von der restaurierten “Bude” grüßt die Flora

Förderer unterstützten die Restaurierung des nostalgischen Museums-Kiosks

Können Können "trockenen Fußes" rausschauen: Annette Kleyboldt, Oliver Doetzer-Berweger, Frau Hagen, Frank Sichau, Hotte Schröder und Volker Lange. © Stadt Herne, Horst Martens

An dem gut 145 Jahre alten Kiosk auf dem Hof des Heimat- und Naturkund-Museums nagte mächtig der Zahn der Zeit. Dank zahlreicher Sponsoren wurde nun vor allem das Dach aufwändig saniert. Von der neu restaurierten Bude grüßt jetzt wieder die Flora.

Kiosk-Spendenübergabe02-©-Stadt-Herne,-Horst-MartensWäre der Kiosk eine Immobilie gewesen, dann hätte das städtische Gebäudemanagement eingreifen müssen, da es sich aber um ein Ausstellungsstück handelt, musste das Museum nach anderen Möglichkeiten suchen. Das rief zahlreiche Unterstützer auf den Plan: die Freunde des Emschertal-Museums, die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel, die “Mondritter” und, wie Museumsdirektor Dr. Oliver Doetzer-Berweger betonte, auch einige Einzelspender.

Alte Handwerkstechniken wieder aktiviert

Für Dachdecker Martin Diekmann war es eine Herausforderung, die Originalbleche zu beschaffen. Um die Bleche zu prägen, musste er sogar Kataloge wälzen. Zimmerer Bernd Krupka musste gar alte Handwerkstechniken wie die “Vergatterung” anwenden. Das Dach war “maroder als gedacht”, so Doetzer-Berweger, “aber jetzt ist alles durchgetrocknet. Heizungslüfter werden wir nicht mehr brauchen.” Die Glücksgöttin Fortuna krönt das kleine Gebäude. Die Figur ist auch nach 140 Jahren erfreulich gut in Schuss. Rund 13.000 Euro hat die Restaurierung gekostet. “Unsere Kassen sind ziemlich leer”, sagt Annette Kleyboldt von den Freunden des Emschertal-Museums. Spender mit einem Herzen für Kultur sind gerne gesehen.

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Der Kiosk an der Gelsenkircher Straße in Bickern. © Bildarchiv der Stadt Herne

Die von einer Gelsenkirchener Mineralwasserfirma vor Ende des 19. Jahrhunderts errichtete “Trinkhalle” stand lange Zeit an der Gelsenkircher Straße, bis sie 1971 von der Stadt Wanne-Eickel für museale Zwecke erworben wurde. “Buden” gab es in der Kohlenära in der Nähe jeder Zeche. Sie wurden und werden vor allem gerne von Kindern aufgesucht, die sich hier mit “Klümpchen” eindeckten. Auch die “Mondritter” frequentierten, als sie noch kleine Ritter waren, gerne die Klümpchenbuden mit ihren Fahrrädern. Aufgrund dieser nostalgischen Erinnerungen haben sie nun das Projekt “Restaurierung” unterstützt.

Kiosk wird wieder Teil des Museumprogramms

“Wir werden es wieder stärker nutzen”, unterstreicht der Museumsdirektor. So soll das “Exponat” auch in die Neukonzeption des Museums eingebunden werden. Die Bude soll im Übrigen auch für Veranstaltungen wie einem Weihnachtsmarkt zur Verfügung stehen.

Text: Horst Martens