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Wenn „Unser Fritz“ zur Bürgerpflicht wird

Mit Kontakten und viel Engagement setzen sich Bürger wie Roland Schönig für ihren Stadtteil ein.

„Es ist schon Wahnsinn, was hier passiert ist“, freut sich Roland Schönig als er von der Kanalbrücke auf den gut angenommenen Freizeitpark direkt neben der Künstlerzeche Unser Fritz blickt. „Der Stadtteil hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt“, ist der 65-Jähige überzeugt. Roland Schönig muss es wissen, in Unser Fritz kennt er sich aus. Hier ist er Zuhause, hier fühlt er sich wohl. Deshalb ist es für den gebürtigen Wanne-Eickeler auch eine Selbstverständlichkeit, sich für sein Wohnquartier einzusetzen und da anzupacken, wo er helfen kann.

„Bin einer von vielen“

Für Schönig ist dieses Engagement nichts Besonderes, fast schon eher eine Bürgerpflicht. Der ehemalige Baustellenleiter freut sich darüber, dass zahlreiche Menschen in Unser-Fritz ähnlich denken. „Ich bin nur einer von vielen,  denen der Stadtteil nicht egal ist und die in einem liebens- und lebenswerten Umfeld wohnen möchten“, sagt Schönig, der nicht gerne über sich selber spricht oder sich in den Vordergrund drängen will. Viel lieber  spricht er mit anderen, um etwas zu bewegen und vorhandene Potenziale zu nutzen. Unschlagbarer Pluspunkt von Roland Schönig: Er ist extrem gut vernetzt‚ kennt aus seinem beruflichen und privaten Umfeld viele  Menschen. Ohne diese Vernetzung wäre vielleicht sogar das Anlegen der Ostara am Ufer schräg gegenüber der Künstlerzeche gescheitert. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten des Rhein- Herne-Kanals machte der 1926 gebaute Schleppkahn bekanntlich auch in unserer Stadt Station.  Das Museumschiff musste allerdings rund um die Uhr bewacht werden. Auch hier ließ Schönig seine Kontakte spielen und mobilisierte den Kampfsportverein KSK Herne, der ehrenamtlich die Nachtwachen übernahm. Der Verein für Heimatkunde betreute die Ausstellung während der Öffnungszeiten. Am ersten Wochenende begrüßte auch Schönig die Gäste auf dem  Museumsschiff, unter anderem mit Hotte Schröder, einem guten Freund und Mitstreiter, wenn es  um das Kapitel Unser Fritz geht. “Die Ostara war ein voller Erfolg. Von den Besuchern kam so viel zurück. Diese Momente  sind  immer wieder ein Ansporn, weiter zu machen und sich einzubringen. Schließlich hat Unser Fritz viel zu bieten. Inzwischen haben wir auch einiges erreicht. Jetzt gilt es, die zarte Pflanze zu einer weißen Blüte werden zu lassen.” Die positive Entwicklung geht ohne Zweifel auch auf das Stadtteilprojekt Bickern/Unser Fritz zurück.

Roland Schönig bei einem Rundgang am Rhein-Herne-Kanal. © Michael Paternoga

Roland Schönig bei einem Rundgang am Rhein-Herne-Kanal. © Michael Paternoga

Kanalfest am 30. August

Hier saßen engagierte Bürger wie Schönig im Beirat und füllten das Projekt mit Leben. Das Stadtteilprojekt gibt es nicht mehr, dafür aber das „Förderwerk Bickern / Unser Fritz e.V.“, ein gemeinnütziger Verein, der das bürgerschaftliche Engagement im Stadtteil fördern will. Regelmäßig treffen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger, vernetzen Initiativen, Gruppen und Vereine, die sich für ihre Stadtteile einsetzen. So wie am 30. August, wenn an der Künstlerzeche wieder das große Kanalfest stattfindet. Roland Schönig freut sich schon jetzt auf viele Besucher, die vielleicht sogar seinen Eingangssatz wiederholen: „Es ist schon Wahnsinn, was hier passiert ist.“

Roland Schönig ist auch Hobbyfotograf und –filmemacher. Am 2. Oktober lädt  er gemeinsam mit Stadtarchivar Jürgen Hagen zu einem Vortrag ins Heimatmuseum. Präsentiert wird ein Streifzug durch den Stadtteil „Unser Fritz“, der seinen Namen von der 1871 durch Zusammenlegung von fünf Grubenfeldern entstandenen Zeche Unser Fritz hat. Nach einem halbstündigen Film, in dem die geschichtliche Entwicklung von 1871 bis heute gezeigt  wird, wird Unser Fritz zu Fuß erkundet. Beginn ist um 16 Uhr.