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Wie laut ist es in Wanne-Süd?

Subjektive Lärmkarte wird im Sommer erstellt

Marie Meinhardt und Lisa Schoppers-Roes haben sich um die Lärmspaziergänge gekümmert. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Lärm ist ein Gesundheitsrisiko. Lärm riecht oder strahlt nicht, er herrscht jedoch – mal mehr, mal weniger – in unserer täglichen Umwelt und beeinflusst unsere Gesundheit. Lisa Schoppers-Roes, Studentin der Hochschule Rhein-Waal, ist diesem Thema nun nachgegangen: Bei Lärmspaziergängen in Wanne-Süd haben rund 50 Kinder die Geräusche beurteilt.

Vor allem Kinder und Jugendliche wissen häufig nicht, welche langfristigen Auswirkungen eine Beschallung der Ohren haben kann. Mit den Lärmspaziergängen, die Lisa Schoppers-Roes seit Anfang April für Gruppen von Kindern zwischen 8 und 12 Jahren aus dem Jugendzentrum Heisterkamp, der Europaschule und der Freiherr-vom-Stein Grundschule in Wanne-Süd organisiert hat, soll dafür sensibilisiert werden, wie wichtig es ist, sich mit Lärm und Lautstärke zu befassen.

„Den meisten Kindern hat es sehr gut gefallen, mal etwas anderes zu machen“, so Lisa Schoppers-Roes, die derzeit ihre Masterarbeit bei der Stadt Herne schreibt. Bei den Spaziergängen bekam jedes Kind ein mobiles Tablet, auf dem dann der digitale Fragebogen an unterschiedlichen Orten in Wanne-Süd ausgefüllt wurde. „Die Arbeit mit den Tablets kam natürlich bei den Kindern gut an“, weiß auch Marie Meinhardt vom Fachbereich Gesundheitsmanagement. Sie koordiniert das Projekt „Herne als First Mover für mehr Lebensqualität“ in Wanne-Süd. Die Erhebung basiert auf einer Methode der Hochschule für Gesundheit in Bochum, die das Projekt unterstützt

Anhand der Ergebnisse der Spaziergänge lässt sich eine subjektive Lärmkarte für das Quartier erstellen, in der die Lautstärke an bestimmten Orten dargestellt wird. So werden die Ergebnisse für alle greifbar und können in der zukünftigen Planung im Projekt „Herne als First Mover für mehr Lebensqualität“ gezielt verwertet werden.

Grundsätzlich können alle Interessierten auch selbstständig einen Lärmspaziergang zu einer beliebigen Zeit durchführen. Der Fragebogen wird noch bis zum 1. Mai freigeschaltet sein.

Anja Gladisch