„Fidele Horst“ ermittelt ab dem 5. April im „Peckelsen“-Hochhaus
Jetzt ist Endspurt angesagt beim Theater „Fidele Horst“: Nur noch wenige Tage, dann fällt der Vorhang bei der Premiere im „Mondpalast“. Am Freitag, 5. April 2024, und sechs weiteren Vorstellungen heißt es dann an der Wilhelmstraße: „Keine Leiche ohne Lily“.
Der Titel verrät es gleich: Das Publikum darf sich wieder auf eine Komödie freuen – diesmal auf eine Kriminalkomödie. Und wer bei dem Stück „Keine Leiche ohne Lily“ an den englischen Erfolgsautor Jack Popplewell denkt, liegt genau richtig. Allerdings entführt das Ensemble nicht ins vernebelte London, sondern selbstverständlich nach Wanne-Eickel. „Ein bisschen Lokalkolorit darf bei uns natürlich nicht fehlen“, freut sich der Vereinsvorsitzende Tobias Weichert auf ein Heimspiel der besonderen Art. Denn die Hauptszenerie spielt im „Peckelsen“-Hochhaus. Das bekannte Gebäude steht noch heute direkt am Buschmannshof und liegt somit kaum 500 Meter Luftlinie entfernt vom „Mondpalast“.



Mord mitten in Wanne-Eickel
Zur Handlung: Im „Peckelsen“-Hochhaus hat sich 1968 etwas Schreckliches ereignet: ein Mord mitten in Wanne-Eickel. So berichtet es zumindest Lily Pieper (gespielt von Yasmin Pabst). Als Reinigungskraft absolviert sie gerade ihren allnächtlichen Rundgang im Büro der Firma „Malotki und Sohn“, als sie plötzlich die Leiche ihres ermordeten Chefs findet. Doch als die alarmierte Polizei erscheint, ist die Leiche plötzlich weg. Darüber ist Hauptkommissar Josef Gronkowski (Sebastian Krug) alles andere als erfreut, denn der wurde trotz seiner starken Grippe aus dem Bett geklingelt. Nur, wo ist die Leiche hin? Wer trachtete nach dem Leben von Wilhelm Malotki (Jürgen Felderhoff)? Fragen über Fragen beschäftigen nicht nur Gronkowski, sondern auch Lily, die auf eigene Faust die Ermittlungen aufnimmt und sich ungefragt zu seiner „Assistentin“ ernennt. Aber kaum stellen sich die ersten Erfolge ein, geschieht etwas Unerwartetes – vielleicht auch in Crange oder in Börnig?
Erste Regie für Tobias Weichert
Was genau geschieht, darf an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Unerwartet kommt das Ende für Tobias Weichert allerdings nicht. Kein Wunder. Er kennt nicht nur das Stück aus dem Effeff, sondern führt zum ersten Mal auch Regie. Und damit ist der 5. April für den 35-Jährigen eine doppelte Premiere. Denn nach zahlreichen Vorstellungen und Hauptrollen auf der Bühne tritt Weichert damit in die Fußstapfen seines Vaters Olaf, der viele Jahre als Regisseur im Hintergrund die Fäden zog. „Es ist natürlich schon eine besondere Verantwortung. Aber ich freue mich natürlich auch auf diese Herausforderung und bin sicher, dass sich unser Publikum wieder auf ganz tolle Abende bei uns freuen kann“, blickt Tobias Weichert positiv auf das Jahr 2024.Nicht viele Vereine, die vor 105 Jahren rund um das heutige „Peckelsen“-Hochhaus gegründet wurden, können das wohl von sich behaupten.
Gelebte Inklusion auf der Bühne
Und nur wenige Theater im Ruhrgebiet können es wohl für sich reklamieren, das Thema Inklusion so intensiv auf dem Schirm zu haben wie „Fidele Horst“. Fast könnte man meinen, die Vorstellung am Freitag, 12. April 2024, trägt den Titel: „Keine Leiche ohne Gebärdensprache“. Schon seit 2014 übersetzen Gebärdendolmetscher live auf der Bühne die gesamte Handlung, damit auch Menschen mit Einschränkungen einen beeindruckenden Abend im Theatersaal erleben können. „Der Inklusionsgedanke war uns schon immer wichtig und daran werden wir auch festhalten und vielleicht sogar ausbauen“, verspricht Tobias Weichert. Die Botschaft werden alle gerne hören, vor allem die, die nicht hören können …

Vorsitzender des Theatervereins Tobias Weichert.