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Zuerst mehr Stau, dann mehr Platz

Was der Ausbau der A 43 für Herner Straßen bedeutet

Die A43 bei Herne - zähfließender Verkehr als Standart (Archivbild) . ©Thomas Schmidt, Stadt Herne Die A43 bei Herne - zähfließender Verkehr als Standart (Archivbild) . ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Seit März wird auch auf Herner Stadtgebiet gebaut: Straßen.NRW baut die Autobahn 43 aus, damit es zukünftig weniger Staus gibt. Außerdem müssen einige Brücken erneuert werden, damit sie dem Verkehr standhalten, der in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Bevor der Verkehr aber wieder reibungslos fließt, bedeuten die Bauarbeiten zuerst einige Jahre lang Einschränkungen für Herner Bürger und Firmen. „Neue A43“ heißt das Projekt, bei dem Straßen.NRW die Autobahn zwischen Marl-Sinsen und Witten-Heven um eine Spur je Richtung verbreitern will. Angebaut wird in Richtung Westen, in Herne auf der Strecke vom Rhein- Herne-Kanal bis zur Grenze nach Bochum-Riemke.

Stabilere Brücken für den Verkehr

Da die Autobahn breiter wird, müssen auch die Brücken eine größere Distanz überspannen und deswegen stabiler gebaut sein. Damit die Abstände zwischen den Bahnbrücken und der Fahrbahn noch passen, wird die Autobahn einen Meter tiefer gelegt. Für die nötige Breite werden Brücken abgerissen und neu gebaut. Das wäre aber ohnehin nötig gewesen, sagt Anton Kurenbach, Sprecher des Projekts Neue A43. Waren die Brücken beim Bau vor einigen Jahrzehnten noch stabil genug, ist die Belastung durch mehr Autos und LKW heute höher geworden. Dadurch mussten die Vorschriften für den Brückenbau verändert werden – und zahlreiche alte Brücken müssen nun verstärkt oder ausgetauscht werden. Der erste Bauabschnitt auf Herner Stadtgebiet hat im August 2018 begonnen: Die Brücke über die Forellstraße wird neu gebaut, die kleine Brücke Vockenhof abgerissen. Bis zum Frühling 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dafür wird die Forellstraße voraussichtlich an mehreren Wochenenden von Samstag, sechs Uhr morgens bis Montag vier Uhr früh gesperrt. Geplant sind die Sperrungen für Mai und Juli 2019 und Januar 2020.

  • Abbruch des östlichen Teils der Autobahnbrücke über die A 43 in Herne (NW), am Samstag (29.09.2018).

Das Autobahnkreuz wird umgebaut

Auch das Autobahnkreuz Herne wird umgebaut. Wer von Bochum in Richtung Münster unterwegs ist und am Kreuz auf die A42 wechselt, fährt bisher über der Autobahn. In Zukunft soll der Verkehr durch einen Tunnel unter der Autobahn fließen. Ab März 2019 gehen die Bauarbeiten los, Anfang 2023 sollen sie beendet sein. Wenn der Tunnel fertig ist, sind die Rampen an der Reihe: Von Herbst 2022 bis Ende 2025 stehen sie auf dem Plan. Dafür wird der Untergrund verfestigt und die Autofahrer bekommen mehr Platz zum Einfädeln. Weil das Autobahnkreuz verändert wird, müssen auch an der A42 Bahnbrücken neu gebaut werden. Voraussichtlich im Sommer 2024 wird die A42 dafür zwei Wochen lang gesperrt.

Brücke für Fußgänger und Radler

An der Cranger Straße wird es auch für Fußgänger Änderungen geben: Eine Behelfsbrücke bringt Fußgänger und Radfahrer über die Autobahn, denn die Cranger Straße wird von August 2020 bis Juli 2021 gesperrt sein. „Wir haben uns eng mit der Stadt Herne abgestimmt: Die Sperrung beginnt nach der Cranger Kirmes und endet bevor die Cranger Kirmes wieder anfängt, damit die Menschen Crange gut erreichen“, so Kurenbach. Die Einfahrt zur Bismarckstraße bleibt die ganze Zeit über frei. Auch die Bahnbrücke an der Cranger Straße wird neu gebaut, allerdings ist dafür die Bahn verantwortlich und wird voraussichtlich von 2021 bis 2023 daran arbeiten.

Die Autobahn wird kurzzeitig gesperrt

An der Rottbruchstraße laufen derzeit zwei Brücken übereinander, eine Brücke der Stadt und eine der Bahn. Von Anfang 2021 bis Ende 2024 wird daran gebaut. Um die Brückenteile anzubringen, muss die A43 im April 2021 und im Juni 2021 jeweils für eine Woche gesperrt werden. Schließlich wird auch die Brücke der Holsterhauser Straße neu gebaut. 2020 oder 2021 geht es los, bis 2023 wird die Holsterhauser Straße fertig sein. In der Bauzeit bleibt eine Spur pro Richtung frei. Im Berufsverkehr kann es deswegen Staus geben. Trotz aller Sorgfalt bei der Planung kann es bei einem derart großen Projekt passieren, dass es länger dauert oder etwas Unvorhergesehenes passiert. Wer Fragen zu den Bauarbeiten hat, kann sich per E-Mail an folgende Adresse wenden: neue-A43@strassen.nrw.de

Nina-Maria Haupt